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DIN EN 13779 2005


DEUTSCHE NORM

Mai 2005

DIN EN 13779
ICS 91.140.30

X
Ersatz für DIN 1946-2:1994-01

Lüftung von Nichtwohngeb?uden – Allgemeine Grundlagen u

nd Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen; Deutsche Fassung EN 13779:2004
Ventilation for non-residental buildings – Performance requirements for ventilation and room-conditioning systems; German version EN 13779:2004 Ventilation dans les b?timents non résidentiels – Spécifications des performances pour les systèmes de ventilation et de climatisation; Version allemande EN 13779:2004

Gesamtumfang 64 Seiten

Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik (NHRS) im DIN

DIN EN 13779:2005-05

Beginn der Gültigkeit
Diese Norm gilt ab 1. Mai 2005

Nationales Vorwort
Diese Norm wurde im Technischen Komitee CEN/TC 156 ?Lüftung von Geb?uden“ (Sekretariat: Vereinigtes K?nigreich) erarbeitet. Zust?ndig für die Deutsche Fassung ist der Normenausschuss Heiz- und Raumlufttechnik (NHRS) im DIN Deutsches Institut für Normung e. V. Bei der Abstimmung hatte Deutschland gegen die Herausgabe der vorliegenden Fassung als EN-Norm gestimmt, da nach deutscher Expertenmeinung die Sachinhalte teilweise einer Revision bedürfen. Inzwischen ist die Revision im CEN/TC 156 angelaufen. ?nderungen Gegenüber DIN 1946-2:1994-01 wurden folgende ?nderungen vorgenommen: a) Inhalt durch ?bernahme von EN 13779:2004 ersetzt.

Frühere Ausgaben DIN 1946-2: 1960-04, 1983-01, 1994-01

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EUROP?ISCHE NORM EUROPEAN STANDARD NORME EUROP?ENNE
ICS 91.140.30

EN 13779
September 2004

Deutsche Fassung

Lüftung von Nichtwohngeb?uden Allgemeine Grundlagen und Anforderungen an Lüftungs- und Klimaanlagen
Ventilation for non-residential buildings — Performance requirements for ventilation and roomconditioning systems Ventilation dans les b?timents non résidentiels — Spécifications des performances pour les systèmes de ventilation et de climatisation

Diese Europ?ische Norm wurde vom CEN am 16. Januar 2004 angenommen. Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Gesch?ftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen dieser Europ?ischen Norm ohne jede ?nderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum oder bei jedem CEN-Mitglied auf Anfrage erh?ltlich. Diese Europ?ische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Franz?sisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache, die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch ?bersetzung in seine Landessprache gemacht und dem ManagementZentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen. CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, D?nemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, ?sterreich, Polen, Portugal, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten K?nigreich und Zypern.

EUROP?ISCHES KOMITEE F?R NORMUNG EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION COMIT? EUROP?EN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36

B-1050 Brüssel

? 2004 CEN

Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.

Ref. Nr. EN 13779:2004 D

EN 13779:2004 (D)

Inhalt
Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................4 Einleitung.............................................................................................................................................................4 1 2 3 3.1 3.2 3.3 3.4 3.5 4 5 5.1 5.2 5.2.1 5.2.2 5.2.3 5.2.4 5.2.5 5.3 5.4 5.5 6 6.1 6.2 6.3 6.3.1 6.3.2 6.3.3 6.3.4 6.4 6.4.1 6.4.2 6.4.3 6.5 6.6 6.7 6.7.1 6.7.2 6.7.3 6.7.4 7 7.1 7.2 7.3 7.3.1 7.3.2 7.3.3 7.4 7.5 7.6 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5 Normative Verweisungen ......................................................................................................................5 Begriffe ...................................................................................................................................................5 Allgemeines............................................................................................................................................5 Luftarten .................................................................................................................................................5 Aufenthaltsbereich ................................................................................................................................5 Lüftungseffektivit?t................................................................................................................................6 Spezifische Ventilatorleistung..............................................................................................................6 Symbole und Einheiten .........................................................................................................................6 Klassierung ............................................................................................................................................8 Festlegung der Luftarten ......................................................................................................................8 Klassierung von Luft .............................................................................................................................9 Allgemeines............................................................................................................................................9 Abluft und Fortluft .................................................................................................................................9 Au?enluft ..............................................................................................................................................11 Zuluft .....................................................................................................................................................12 Raumluft ...............................................................................................................................................13 Aufgaben der Lüftungs- und Klimaanlagen und Anlagetypen .......................................................16 Druckbedingungen im Raum..............................................................................................................18 Spezifische Ventilatorleistung............................................................................................................18 Raumklima............................................................................................................................................18 Allgemeines..........................................................................................................................................18 Aufenthaltsbereich ..............................................................................................................................19 Thermisches Raumklima ....................................................................................................................21 Allgemeines..........................................................................................................................................21 Auslegungsbedingungen....................................................................................................................21 Lufttemperatur und operative Temperatur........................................................................................21 Luftgeschwindigkeiten und Zugluftrisiko .........................................................................................22 Raumluftqualit?t...................................................................................................................................23 Auslegungskriterien ............................................................................................................................23 Zuluftvolumenstr?me ..........................................................................................................................24 Abluftvolumenstr?me..........................................................................................................................25 Raumluftfeuchte...................................................................................................................................26 Akustik im Raum..................................................................................................................................26 Innere W?rmelasten.............................................................................................................................28 Allgemeines..........................................................................................................................................28 Personen...............................................................................................................................................28 Beleuchtung .........................................................................................................................................28 Sonstige innere W?rmequellen ..........................................................................................................29 Vereinbarungen über die Auslegungskriterien ................................................................................30 Allgemeines..........................................................................................................................................30 Grunds?tze ...........................................................................................................................................30 Allgemeine Geb?udeeigenschaften ...................................................................................................30 Lage, Au?enbedingungen, Umgebung..............................................................................................30 Au?enklimadaten .................................................................................................................................30 Informationen über den Betrieb des Geb?udes ...............................................................................31 Konstruktionsdaten .............................................................................................................................31 Geometrische Beschreibung..............................................................................................................31 Raumnutzung .......................................................................................................................................31

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Seite

7.6.1 7.6.2 7.6.3 7.6.4 7.6.5 7.7 7.7.1 7.7.2 7.7.3 7.7.4 7.7.5 7.7.6 7.7.7 7.8 7.9 8

Allgemeines .........................................................................................................................................31 Personenbelegung ..............................................................................................................................31 Sonstige innere W?rmelasten ............................................................................................................31 Sonstige innere Verunreinigungs- und Feuchtigkeitsquellen ........................................................31 Vorgegebener Abluftvolumenstrom ..................................................................................................32 Anforderungen in den R?umen..........................................................................................................32 Allgemeines .........................................................................................................................................32 Regelungsart........................................................................................................................................32 Thermische Bedingungen und Feuchtebedingungen .....................................................................32 Luftqualit?t für Personen....................................................................................................................32 Luftgeschwindigkeiten........................................................................................................................32 Schalldruckpegel.................................................................................................................................32 Beleuchtung .........................................................................................................................................32 Allgemeine Anforderungen an die Regelung und ?berwachung...................................................33 Allgemeine Anforderungen an die Instandhaltung und Betriebssicherheit..................................33 Verfahren von der Projektierung bis zum Betrieb ...........................................................................33

Anhang A (informativ) Richtlinien für fachgerechte Verfahrensweisen......................................................35 Anhang B (informativ) Wirtschaftliche Gesichtspunkte ...............................................................................53 Anhang C (informativ) Checkliste für die Auslegung und Nutzung von Anlagen mit niedrigem Energieverbrauch ................................................................................................................................60 Literaturhinweise ..............................................................................................................................................62

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EN 13779:2004 (D)

Vorwort
Diese Norm (EN 13779:2004) wurde vom Technischen Geb?uden“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird. Komitee CEN/TC 156 ?Lüftung von

Diese Europ?ische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Ver?ffentlichung eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis M?rz 2005, und etwaige entgegenstehende nationale Normen müssen bis M?rz 2005 zurückgezogen werden. Entsprechend der CEN/CENELEC-Gesch?ftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden L?nder gehalten, diese Europ?ische Norm zu übernehmen: Belgien, D?nemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, ?sterreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes K?nigreich und Zypern.

Einleitung
Dieses Dokument enth?lt die notwendigen Festlegungen für Lüftungs- und Klimaanlagen, um bei akzeptablen Installations- und Betriebskosten ein zu allen Jahreszeiten behagliches und gesundheitlich unbedenkliches Innenraumklima zu schaffen. Diese Norm konzentriert sich auf typische Anlagenanwendungen und behandelt Folgendes:    wichtige Parameter des Innenraumklimas; Definition von Auslegungskriterien und Anlagenleistungen; Kommunikation zwischen Bauherrschaft und den an Planung, Bau sowie Betrieb der Anlagen Beteiligten.

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EN 13779:2004 (D)

1

Anwendungsbereich

Dieses Dokument gilt für Planung, Bau sowie Betrieb von Lüftungs- und Klimaanlagen in Nichtwohngeb?uden, die für den Aufenthalt von Menschen bestimmt sind. Es enth?lt die Definitionen der Parameter, die für derartige Anlagen relevant sind. Wohngeb?ude sowie Geb?ude mit freier Lüftung liegen nicht im Anwendungsbereich dieses Dokuments. Bei der Klassierung wird eine Einteilung in unterschiedliche Kategorien vorgenommen. Für einige Werte sind Beispiele angegeben, und für Anforderungen sind übliche Bereiche mit Standardwerten angegeben. Die in diesem Dokument angegebenen Standardwerte sind anzuwenden, wenn für ein Projekt keine anderen Werte festgelegt sind. Die Klassierung sollte stets dem Typ und der vorgesehenen Nutzung des Geb?udes entsprechen; wenn die in diesem Dokument angegebenen Beispiele nicht angewendet werden, sollte die Klassierungsgrundlage erl?utert werden. Nationale Vorschriften sind stets zu befolgen, selbst wenn diese au?erhalb des in diesem Dokument angegebenen Bereiches liegen.

2

Normative Verweisungen

Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments unentbehrlich. Bei datierten Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschlie?lich aller ?nderungen). prEN 12097, Lüftung von Geb?uden — Luftleitungen — Anforderungen an Luftleitungsbauteile zur Wartung von Lüftungssystemen EN 12237, Lüftung von Geb?uden — Luftleitungen — Runde Luftleitungen aus Blech — Festigkeit und Dichtheit EN 12464-1, Licht und Beleuchtung — Beleuchtung von Arbeitsst?tten — Teil 1: Arbeitsst?tten in Innenr?umen EN 12599:2000, Lüftung von Geb?uden — Prüf- und Messverfahren für die ?bergabe eingebauter raumlufttechnischer Anlagen EN 12792:2003, Lüftung von Geb?uden — Symbole und Terminologie EN ISO 7730, Ergonomie der thermischen Umgebung — Analytische Bestimmung und Interpretation der thermischen Behaglichkeit durch Berechnung des PMV und des PPD-Indexes und der lokalen thermischen Behaglichkeit (ISO 7730:1994)

3
3.1

Begriffe
Allgemeines

Für die Anwendung dieser Norm gelten die in EN 12792 angegebenen Begriffe.

3.2

Luftarten

Die Luftarten sind in 5.1 definiert.

3.3

Aufenthaltsbereich

Die Definition des Aufenthaltsbereiches h?ngt von der Geometrie und der Nutzung des Raumes ab und ist von Fall zu Fall festzulegen. ?blicherweise bezeichnet ?Aufenthaltsbereich“ nur Bereiche, die für den Aufenthalt von Personen ausgelegt sind; ein Aufenthaltsbereich ist definiert als das Luftvolumen, das durch festgelegte horizontale und vertikale Ebenen umschlossen ist. Die vertikalen Ebenen sind in der Regel parallel zu den W?nden des Raumes. ?blicherweise ist auch die H?he des Aufenthaltsbereiches begrenzt. Deshalb ist der Aufenthaltsbereich in einem Raum der Bereich, in dem die Personen sich üblicherweise befinden und in dem die Anforderungen an das Innenraumklima zu erfüllen sind. Definitionen sind in 6.2 gegeben.

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EN 13779:2004 (D)

3.4

Lüftungseffektivit?t

Die Lüftungseffektivit?t beschreibt die Beziehung zwischen den Verunreinigungskonzentrationen der Zuluft, der Abluft und der Raumluft im Atmungsbereich (innerhalb des Aufenthaltsbereiches). Sie ist definiert als

Hv =
Dabei ist

c ABL  c ZUL c RAL  c ZUL

(1)

Hv
cABL cRAL

die Lüftungeffektivit?t; die Verunreinigungskonzentration au?erhalb des Aufenthaltsbereichs bzw. der Abluft; die Verunreinigungskonzentration der Raumluft (Atmungsbereich innerhalb des Aufenthaltsbereiches); die Verunreinigungskonzentration der Zuluft.

cZUL

Die Lüftungseffektivit?t ist abh?ngig von der Luftverteilung und der Art und dem Ort der Quellen der Luftverunreinigung im Raum. Sie kann daher unterschiedliche Werte für unterschiedliche Verunreinigungen aufweisen. Wenn Luft und Verunreinigungen vollst?ndig vermischt sind, ist die Wirksamkeit der Lüftung gleich eins. Weitere Angaben zur Wirksamkeit der Lüftung sind in CR 1752 enthalten.
ANMERKUNG Für denselben Begriff Verunreinigungsbeseitigung“ verwendet. wird h?ufig auch die Bezeichnung ?Wirksamkeit der

3.5

Spezifische Ventilatorleistung

Die spezifische Leistung eines jeden Ventilators ist definiert als PSFP =

?p P = qv ? tot

(2)

Dabei ist PSFP P qv
'p

die spezifische Ventilatorleistung, in W ? m ? s; die elektrische Leistungsaufnahme des Ventilatormotors in W; der Nennluftvolumenstrom durch den Ventilator, in m? ? s ; die Gesamtdruckerh?hung des Ventilators; der Gesamtwirkungsgrad von Ventilator, Motor und Antrieb in eingebautem Zustand.
-1

-3

Ktot

Der Koeffizient gilt für den Nennluftvolumenstrom bei sauberen Filtern und geschlossenen Bypass-Leitungen. -3 Er ist bezogen auf eine Luftdichte von 1,2 kg ? m .

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Symbole und Einheiten

Für die Anwendung dieser Norm gelten die in Tabelle 1 angegebenen Symbole und Einheiten. Die Einheiten in Klammern werden ebenfalls verwendet.

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EN 13779:2004 (D)

Tabelle 1 — Symbole und Einheiten Gr??e Symbol 'p 'T Einheit

Druckdifferenz Temperaturdifferenz Lüftungseffektivit?t Temperatur Lufttemperatur im Raum Mittlere Strahlungstemperatur Operative Temperatur Dichte W?rme- oder K?ltelast Fl?che Kosten Konzentration Spezifische W?rmekapazit?t bei konstantem Druck Durchmesser Energieverbrauch (gemessen) Energiebedarf (berechnet) Spezifische Undichtheit Barwertfaktor H?he Ursprüngliche Investition W?rmed?mmwert der Bekleidung L?nge Stoffwechselrate (Aktivit?t) Lebensdauer nL50-Wert Leistung Spezifische Ventilatorleistung Barwert Druck Massenstrom Volumenstrom Zinssatz Zeit Volumen Luftgeschwindigkeit
a

Pa K – °C °C °C °C kg ? m m? EUR* mg ? m
-1 -3 -1 -3

Hv T (theta) Ta (theta) Tr (theta) To (theta) U (rho) ) (phi)
A C c cp d E E f fpv h I Icl L M n nL50 P PSFP PV p qm qv r t V v
3 -1

W (kW)

J ? kg ? K m

J (MJ, GJ) J (MJ, GJ) l?s ?m – m EUR* clo m met Jahre h
-1 -1 -2

W W?m ?s EUR Pa kg ? s
-1 -1 3 -1 a) -3

m ? s (l ? s , m ? h ) – s (h) m
3 -1

m?s

Oder nationale W?hrung.

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EN 13779:2004 (D)

5
5.1

Klassierung
Festlegung der Luftarten

Die Luftarten in einem Geb?ude und in einer Lüftungs- oder Klimaanlage sind in Tabelle 2 festgelegt und auf Bild 1 dargestellt. Die Abkürzungen und Farben in Tabelle 2 sind zu verwenden, um die Luftart auf Zeichnungen von Lüftungs- und Klimaanlagen zu kennzeichnen. Die Abkürzungen gelten ebenfalls für die Beschriftung von Anlagenteilen. Wenn die Sprache frei gew?hlt werden kann, wird Englisch empfohlen. Der Farbcode der Zuluft wird in ?bereinstimmung mit Tabelle 15 entsprechend der anlagengesteuerten Funktionen gew?hlt.
Tabelle 2 — Festlegung von Luftarten Nr. (Bild 1) Luftart Abkürzung Farbe Definition

1

2

3

4

5

6

7

8

Outdoor air Au?enluft Air neuf Supply air Zuluft Air fourni Indoor air Raumluft Air intérieur Transferred air ?berstr?mluft Air transféré Extract air Abluft Air repris Recirculation air Umluft Air recycle Exhaust air Fortluft Air rejeté Secondary air Sekund?rluft Air brassé Leakage Leckluft Fuites Infiltration Infiltration Infiltration Exfiltration Exfiltration Exfiltration Mixed air Mischluft Air melange

ODA AUL ANF SUP ZUL FOU IDA RAL INT TRA ?SL TRA ETA ABL REP RCA UML REC EHA FOL RJT SEC SEK BRA LEA LEC FUI INF INF INF EXF EXF EXF MIA MIL MEL

Grün

Unbehandelte Luft, die von au?en in die Anlage oder in eine ?ffnung einstr?mt Luft, die in den behandelten Raum eintritt oder Luft, die aus der Anlage austritt, nachdem sie behandelt wurde Luft im behandelten Raum oder Aufenthaltsbereich Raumluft, die von einem in einen anderen behandelten Zone str?mt Luft, die den behandelten Raum verl?sst

Siehe Tabelle 15

Grau

Grau

Gelb Abluft, die wieder der Luftbehandlung zugeführt und wieder als Zuluft verwendet wird Luft, die ins Freie str?mt Braun Luft, die einem Raum entnommen und nach Behandlung demselben Raum wieder zugeführt wird (Beispiel: Gebl?sekonvektor) unbeabsichtigter Luftstrom durch undichte Stellen der Anlage Lufteintritt über Undichtheiten in der Geb?udehülle Luftaustritt über Undichtheiten in der Geb?udehülle Luft, die mehr als eine Luftart enth?lt

Orange

Orange

9

Grau

10

Grün

11

Grau Str?me mit unterschiedlichen Farben

12

8

EN 13779:2004 (D)

Bild 1 — Darstellung von Luftarten mit Nummern nach Tabelle 2

5.2
5.2.1

Klassierung von Luft
Allgemeines

Alle am Projekt Beteiligten (z. B. Architekten, Geb?udeausrüster, Eigentümer, Auftraggeber) müssen die Auslegungsbedingungen und Systemanforderungen im Hinblick auf die angestrebte Luftqualit?t individuell vereinbaren. Hierbei kann die folgende Klassierung verwendet werden, um die individuelle Qualit?t der verschiedenen Luftarten nach 5.1 zu beschreiben. Einige Anwendungen dieser Klasseneinteilung sind in Anhang A gegeben.
5.2.2 Abluft und Fortluft

Die Klassierungen der Abluft und der Fortluft für die Anwendungen dieser Norm sind in den Tabellen 3 und 4 gegeben. Wenn bei der Abluft unterschiedliche Kategorien aus unterschiedlichen R?umen zusammentreffen, wird die Kategorie des Gesamtluftstroms durch den Strom mit der h?chsten Kategorie-Nummer bestimmt. Die Fortluft-Kategorien gelten für die gereinigte Luft. Bei der Reinigung von Fortluft sind das Verfahren und die zu erwartende Wirkung der Reinigung eindeutig anzugeben; die anf?ngliche und fortdauernde Wirksamkeit des Reinigungsprozesses muss nachgewiesen werden. Die Kostenwirksamkeit ist ebenfalls zu berücksichtigen (vgl. Anhang B), besonders wenn es das Ziel ist, die Fortluft um mehr als eine Klasse zu verbessern. Fortluft der Klasse FOL 1 kann in keinem Fall durch Reinigung erreicht werden.

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Tabelle 3 — Klassierung der Abluft (ABL) Kategorie Beschreibung Beispiele, bei denen Luft jeder Kategorie vorzufinden ist (informativ)

Abluft mit niedrigem Verunreinigungsgrad Luft aus R?umen, deren Hauptemissionsquellen Baustoffe und das Bauwerk sind. Ebenso Luft aus Aufenthaltsr?umen, deren Hauptemissionsquellen der menschliche Stoffwechsel, Baustoffe und das Bauwerk sind. R?ume, in denen Rauchen gestattet ist, sind nicht eingeschlossen. Abluft mit m??igem Verunreinigungsgrad Luft aus Aufenthaltsr?umen mit den gleichen Verunreinigungsquellen wie bei Kategorie 1 und/oder durch menschliche Aktivit?ten, jedoch mit mehr Verunreinigungen als bei Kategorie 1. R?ume der Kategorie ABL 1, in denen Rauchen gestattet ist Abluft mit hohem Verunreinigungsgrad ABL 3 R?ume, in denen emittierende Feuchte, Arbeitsverfahren, Chemikalien usw. die Luftqualit?t wesentlich beeintr?chtigen Abluft mit sehr hohem Verunreinigungsgrad Luft, die gesundheitlich sch?dliche Gerüche und Verunreinigungen enth?lt, deren Konzentrationen h?her liegen, als für die Raumluft in Aufenthaltsbereichen erlaubt ist Professionelle Absaugeinrichtungen, Grillr?ume und ?rtliche Küchenabsauganlagen, Garagen und Autotunnel, Parkh?user, R?ume für die Verarbeitung von Farben und L?semitteln, R?ume mit unreiner W?sche, R?ume für Lebensmittelabf?lle, zentrale Staubsaugeanlagen, intensiv genutzte Raucherr?ume und besondere chemische Laboratorien Toiletten und Waschr?ume, Saunen, Küchen, allgemeine chemische Laboratorien, Kopierr?ume, R?ume, die speziell für Raucher vorgesehen sind Speiser?ume, Küchen für die Zubereitung hei?er Getr?nke, Lager, Lagerr?ume in Bürogeb?uden, Hotelzimmer, Umkleider?ume Büros, einschlie?lich integrierter kleiner Lagerr?ume, ?ffentliche Bereiche, Klassenr?ume, Treppenh?user, Flure, Sitzungsr?ume, gewerbliche R?ume ohne zus?tzliche Emissionsquellen

ABL 1

ABL 2

ABL 4

Tabelle 4 — Klassierung der Fortluft (FOL) Kategorie Beschreibung Beispiele (informativ)

FOL 1

Fortluft mit niedrigem Verunreinigungsgrad wie ABL 1 siehe ABL 1

FOL 2

Fortluft mit m??igem Verunreinigungsgrad wie ABL 2 siehe ABL 2

FOL 3

Fortluft mit hohem Verunreinigungsgrad wie ABL 3 siehe ABL 3

FOL 4

Fortluft mit sehr hohem Verunreinigungsgrad wie ABL 4 siehe ABL 4

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EN 13779:2004 (D)

5.2.3

Au?enluft

Bei der Auslegung der Anlage ist die Qualit?t der Au?enluft um das Geb?ude herum bzw. der vorgesehene Standort des Geb?udes zu berücksichtigen. Es gibt zwei M?glichkeiten, die Auswirkungen schlechter Au?enluft im Innenraumklima in der Auslegung zu mildern:


Vorrichtungen zum Ansaugen der Luft werden an Stellen angebracht, an denen die Au?enluft am wenigsten verunreinigt ist (wenn die Au?enluft um das Geb?ude herum nicht gleichm??ig verunreinigt ist) – siehe Anhang A.2; die Luft wird auf eine bestimmte Art gereinigt – siehe A.3.



Beim Reinigen der Luft k?nnen unterschiedliche Vorgehensweisen geeignet sein, je nach den Anforderungen an die Qualit?t der Raumluft und ob die Au?enluft mit Gasen, Partikeln oder beidem verunreinigt ist (und abh?ngig von der Gr??e der betreffenden Partikel). Im Hinblick auf die in dieser Norm beschriebenen Anwendung wird die Au?enluft entsprechend Tabelle 5 klassiert.
Tabelle 5 — Klassierung der Au?enluft (AUL) Kategorie Beschreibung

AUL 1 AUL 2 AUL 3 AUL 4 AUL 5

saubere Luft, die nur zeitweise staubbelastet sein darf (z. B. Pollen) Luft mit hoher Konzentration an Staub oder Feinstaub Luft mit hoher Konzentration an gasf?rmigen Luftverunreinigungen Luft mit hoher Konzentration an Staub oder Feinstaub und an gasf?rmigen Luftverunreinigungen Luft mit sehr hoher Konzentration an Staub oder Feinstaub oder an gasf?rmigen Luftverunreinigungen

Die Klassierung wird auf der Basis der kritischsten gasf?rmigen Verunreinigungen und Schwebstoffe (einschlie?lich aller Arten von festen Partikeln und salzhaltigem Dunst) vorgenommen. Luft wird als ?sauber“ bezeichnet, wenn die WHO-Richtlinien (1999) und alle nationalen Luftqualit?tsnormen oder -vorschriften im Hinblick auf die betreffenden Stoffe in der Au?enluft eingehalten werden. Konzentrationen werden als ?hoch“ bezeichnet, wenn sie die oben angeführten Anforderungen um einen Faktor bis zu 1,5 überschreiten. Konzentrationen werden als ?sehr hoch“ bezeichnet, wenn sie die Anforderungen um einen Faktor von mehr als 1,5 überschreiten. Da nicht für alle Verunreinigungen Anforderungen festgelegt sind und die vorhandenen Vorschriften von Land zu Land unterschiedlich sind, ist eine differenzierte Beurteilung durch den Planer erforderlich. Die m?gliche Wirkung nicht nur einzelner Verunreinigungen sondern auch von Verunreinigungsgemischen sollte berücksichtigt werden. ?bliche gasf?rmige Verunreinigungen, die bei der Bewertung der Au?enluft für die Auslegung von Lüftungsund Klimaanlagen berücksichtigt werden müssen, sind Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und flüchtige organische Verbindungen (VOC, z. B. Benzen, L?semittel und polyaromatische Kohlenwasserstoffe). Die Wirkung derartiger Verunreinigungen der ?u?eren Umgebung in Innenr?umen h?ngt von deren Reaktionsf?higkeit ab. Kohlenmonoxid ist zum Beispiel relativ stabil und wird in geringem Ma?e von innen liegenden Fl?chen adsorbiert. Das Ozon der Au?enluft dagegen ist üblicherweise für die Beurteilung nicht relevant, da Ozon ?u?erst reaktionsf?hig ist und die Konzentration in der Lüftungsanlage und im Raum sehr schnell abnimmt. Weitere gasf?rmige Verunreinigungen liegen meist zwischen diesen beiden Extremen.

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EN 13779:2004 (D)

Schwebstoffe bezieht sich auf die Gesamtmenge fester oder flüssiger Partikel in der Luft, von sichtbarem Staub bis zu submikroskopischen Teilchen. Die meisten Richtlinien zur Au?enluft beziehen sich auf PM10 (Schwebstoffe mit einem aerodynamischen Durchmesser bis zu 10 Pm). Es wird jedoch auch in zunehmendem Ma?e anerkannt, dass aus Gründen des Gesundheitsschutzes kleinere Partikel st?rker berücksichtigt werden sollten. Wenn biologische Partikel zu betrachten sind, sind PM10-Richtlinien nicht ma?geblich und die Gefahren für das Immunsystem und das Infektionsrisiko, die von diesen Partikeln ausgehen, sind für die Betrachtung wichtiger. Als allgemeine Leitlinie sind in Tabelle 6 Beispiele für die Au?enluftqualit?t gegeben.
Tabelle 6 — Beispiele für Verunreinigungskonzentrationen in der Au?enluft Konzentration Beschreibung des Ortes CO2 ppm CO -3 mg m NO2 -3 Pg m SO2 -3 Pg m Gesamt-PM -3 mg m PM10 -3 Pg m

L?ndliche Gebiete; keine bedeutenden Emissionsquellen Kleine St?dte Verschmutzte Stadtzentren

350 375 400

<1 1 bis 3 2 bis 6

5 bis 35 15 bis 40 30 bis 80

<5 5 bis 15 10 bis 50

< 0,1 0,1 bis 0,3 0,2 bis 1,0

< 20 10 bis 30 20 bis 50

ANMERKUNG Die in der Tabelle angegebenen Werte sind mittlere Jahreskonzentrationen und sollten nicht für die Dimensionierung von Anlagen verwendet werden. Die maximalen Konzentrationen liegen h?her. Weitere Angaben ergeben sich aus lokalen Messungen und nationalen Richtlinien.

5.2.4

Zuluft

Die Klassierung der Zuluft ist in Tabelle 7 angegeben.
Tabelle 7 — Klassierung der Zuluft (ZUL) Kategorie Beschreibung

ZUL 1 ZUL 2

Zuluft, die nur Au?enluft enth?lt Zuluft, die Au?en- und Umluft enth?lt

ANMERKUNG Umluft kann der Zuluft absichtlich oder durch Leckage beigemischt sein. Dabei ist z. B. besonders auf die Bedingungen in rotierenden W?rmetauschern zu achten.

Die Zuluftqualit?t in Geb?uden, die für den Aufenthalt von Menschen bestimmt sind, muss so sein, dass unter Berücksichtigung der zu erwartenden Emissionen aus inneren Verunreinigungsquellen (menschlicher Stoffwechsel, Aktivit?ten und Arbeitsverfahren, Baustoffe, M?bel) und der Lüftungsanlage selbst eine geeignete Raumluftqualit?t erreicht werden kann. Um Missverst?ndnisse zu vermeiden, wird empfohlen, die Zuluftqualit?t nicht nur mit Hilfe der Klassierung nach Tabelle 7 zu definieren, sondern auch durch Festlegung der Konzentrationsgrenzen, die für die genannten Verunreinigungen in der Raumluft gelten. Deshalb ist eine Angabe der zu erwartenden Emissionen aus den Innenraum-Verunreinigungsquellen erforderlich; wenn m?glich, sollte diese auf die Konzentrations grenzen und Emissionsnormen bezogen sein.

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EN 13779:2004 (D)

5.2.5 5.2.5.1

Raumluft

Allgemeines

Die allgemeine Klassierung der Raumluft im Aufenthaltsbereich ist in Tabelle 8 angegeben
Tabelle 8 — Allgemeine Klassierung der Raumluftqualit?t (RAL) Kategorie Beschreibung

RAL 1 RAL 2 RAL 3 RAL 4

spezielle Raumluftqualit?t hohe Raumluftqualit?t mittlere Raumluftqualit?t niedrige Raumluftqualit?t

Die genaue Definition derartiger Kategorien h?ngt von der Art der zu berücksichtigenden Verunreinigungsquellen und von der Wirkung dieser Verunreinigungen ab. Verunreinigungsquellen k?nnen zum Beispiel:
  

auf einen Raum begrenzt oder in einem Geb?ude verteilt sein; kontinuierlich oder diskontinuierlich emittieren; Teilchen (anorganische, lebensf?hige oder sonstige organische) oder Gase/D?mpfe (organische oder anorganische) emittieren.

Die Auswirkungen k?nnen sich als Wahrnehmung der Luftqualit?t (durch an die Verunreinigungen adaptierte oder darauf reagierende) oder sich als Auswirkungen auf die Gesundheit darstellen, wie zum Beispiel Reizung der Schleimhaut, toxische Wirkungen, Infektion, allergische Reaktionen oder Krebserkrankung. Diese Auswirkungen k?nnen von den Personen abh?ngen, die dem Umgebungsklima ausgesetzt sind, z. B. ob es sich um gesunde Erwachsene, um Kinder oder Krankenhauspatienten handelt. Daher ist eine vollst?ndige Definition aller m?glicher Kategorien der Raumluftqualit?t schwierig und liegt au?erhalb des Anwendungsbereiches dieser Norm. Für praktische Anwendungen sind die vier Kategorien der Raumluftqualit?t jedoch mittels eines der in 5.2.5.2 bis 5.2.5.6 angegebenen Verfahren quantitativ zu bestimmen. Das Verfahren kann frei gew?hlt werden, muss jedoch an die Nutzung des Raumes und die Anforderungen angepasst sein. Die unterschiedlichen Verfahren lassen nicht notwendigerweise von derselben Kategorie der Raumluftqualit?t auf dieselbe Menge an Zuluft schlie?en. In besonderen F?llen k?nnen andere als die unten beschriebenen Verfahren zur quantitativen Bestimmung der RAL angewendet werden.
5.2.5.2

Klassierung durch die CO2-Konzentration

Derzeitige Untersuchungen und praktische Anwendungen lassen darauf schlie?en, dass die Raumluft durch die CO2-Konzentration klassiert werden kann, wie in Tabelle 9 angegeben. CO2 ist ein guter Indikator für die Emission organischer Ausdünstungen durch Menschen. Die Klassierung durch CO2-Konzentration hat sich bei Aufenthaltsr?umen etabliert, in denen Rauchen nicht erlaubt ist und Verunreinigungen haupts?chlich durch menschlichen Stoffwechsel verursacht werden. Zum Vergleich sind in Tabelle 6 übliche CO2-Konzentrationen für die Au?enluft angegeben.

13

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 9 — CO2-Konzentration in R?umen Kategorie Erh?hung der CO2-Konzentration gegenüber der Au?enluft- CO2-Konzentration, in ppm ?blicher Bereich Standardwert

RAL 1 RAL 2 RAL 3 RAL 4

d 400

350 500 800 1 200

400 – 600 600 – 1 000 > 1 000

Die auf der CO2-Konzentration beruhenden Kategorien werden etwa mit den in Tabelle 11 angegebenen Au?enluftstr?men erreicht.
5.2.5.3

Klassierung durch die empfundene Luftqualit?t, in decipol

Dieses Klassierungsverfahren ist in CR 1752 beschrieben. Es ist bei Aufenthaltsr?umen anwendbar, in denen keine nicht wahrnehmbaren Schadstoffe wie CO, Radon usw. vorkommen. Charakteristische Festlegungen sind:
Tabelle 10 — Empfundene Luftqualit?t im Aufenthaltsbereich Kategorie Empfundene Luftqualit?t, in decipol ?blicher Bereich d 1,0 Standardwert

RAL 1 RAL 2 RAL 3 RAL 4

0,8 1,2 2,0 3,0

1,0 – 1,4 1,4 – 2,5 > 2,5

Das Verfahren ist noch nicht etabliert und in der Praxis schwer umsetzbar. Daher sollte es nur angewendet werden, wenn die erforderlichen Informationen über alle Emissionen vorliegen. Hinweise siehe CR 1752.
5.2.5.4

Indirekte Klassierung durch den Au?enluftvolumenstrom je Person

Dieses Verfahren hat sich in der Praxis in den F?llen bew?hrt, in denen R?ume üblicherweise dem Aufenthalt von Personen dienen. Die (von der Lüftungsanlage zugeführten) Au?enluftvolumenstr?me je Person sind für eine normale Arbeitst?tigkeit mit einer Stoffwechselrate von etwa 1,2 met in einem Büro oder zu Hause in Tabelle 11 angegeben. Diese Werte werden h?ufig zur Auslegung der Anlage verwendet. Sie müssen im Aufenthaltsbereich eingehalten werden. Bei den für Nichtraucher-Bereiche angegebenen Volumenstr?men sind der menschliche Stoffwechsel und übliche Emissionen in Geb?uden mit geringer Verschmutzung berücksichtigt. Bei hohen Aktivit?tsgraden (met > 1,2) sollten die Au?enluftvolumenstr?me um einen Faktor von met/1,2 erh?ht werden.

14

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 11 — Au?enluftvolumenstr?me je Person Au?enluftvolumenstrom je Person Kategorie
3

Einheit
-1 -1

Nichtraucher-Bereich ?blicher Bereich Standardwert

Raucher-Bereich ?blicher Bereich Standardwert

RAL 1

m ·h ·Person l·s ·Person
3 -1 -1 -1 -1

> 54 > 15 36 – 54 10 – 15

72 20 45 12,5 29 8 18 5

> 108 > 30 72 – 108 20 – 30 43 – 72 12 – 20 < 43 < 12

144 40 90 25 58 16 36 10

RAL 2

m ·h ·Person l·s ·Person
3 -1 -1 -1

-1

RAL 3

m ·h ·Person l·s ·Person
3 -1 -1 -1

-1

22 – 36 6 – 10

RAL 4

m ·h ·Person l·s ·Person
-1

-1

< 22 <6

Es wird dringend empfohlen, bei den Lüftungs- und Klimaanlagen selbst und bei M?beln, Teppichen und anderen Inneinrichtungen nur Materialien mit keinen oder geringen Emissionen zu w?hlen, anstatt den Au?enluftvolumenstrom zu erh?hen, um vermeidbare Emissionen zu verdünnen. Die für Raucher angegebenen Volumenstr?me gelten für Bereiche, in denen das Rauchen gestattet ist. Es wird empfohlen, klar getrennte Raucher- und Nichtraucher-Bereiche zu definieren und die Anlage entsprechend auszulegen.
5.2.5.5

Indirekte Klassierung durch den Luftvolumenstrom je Netto-Bodenfl?che

Dieses Verfahren kann manchmal bei der Auslegung von Anlagen für R?ume angewendet werden, die nicht für den Aufenthalt von Personen bestimmt sind und keine klar definierte Nutzungsart aufweisen (z. B. Lagerr?ume). Die Luftvolumenstr?me je Bodenfl?che sind in Tabelle 12 angegeben. Sie beruhen auf einer Laufzeit der Anlage von 50 % und einer Raumh?he von 3 m. Bei einer kürzeren Laufzeit in h?heren R?umen sollte der Luftvolumenstrom h?her sein.
Tabelle 12 — Volumenstr?me der Au?enluft oder ?berstr?mluft je Netto-Bodenfl?che für R?ume, die nicht für den Aufenthalt von Personen bestimmt sind Kategorie Einheit Volumenstrom der Au?en- oder ?berstr?mluft je Netto-Bodenfl?che ?blicher Bereich Standardwert
a a a a -2

RAL 1

m ·h ·m l·s ·m
-1 -1 -1 -2

3

-1

-2

RAL 2

m?·h ·m l·s ·m
-1 -1 -2

> 2,5 > 0,7

3 0,83 2 0,55 1 0,28

RAL 3

m?·h ·m l·s ·m
-1 -1 -2

-2

1,3 – 2,5 0,35 – 0,7

RAL 4
a

m?·h ·m l·s ·m
-2

-2

< 1,3 < 0,35

Bei RAL 1 ist dieses Verfahren nicht ausreichend.

15

EN 13779:2004 (D)

5.2.5.6

Klassierung durch Konzentrationen bestimmter Verunreinigungen

Dieses Klassierungsverfahren eignet sich bei h?heren Emissionen spezifischer Verunreinigungen. Sind ausreichend Informationen über alle Emissionen im Raum vorhanden, k?nnen die Anforderungen an den Luftvolumenstrom nach 6.4.2.3 berechnet werden. Wenn der Emissionsgrad nicht bekannt ist, kann die erforderliche Luftqualit?t auch durch den auf Erfahrungen beruhenden Luftvolumenstrom indirekt festgelegt werden.

5.3

Aufgaben der Lüftungs- und Klimaanlagen und Anlagetypen

Lüftungs- und Klimaanlagen haben die Aufgabe, die Raumluftqualit?t und die Bedingungen für thermische Behaglichkeit und Feuchte im Raum so zu beeinflussen, dass im Voraus getroffene Festlegungen erfüllt werden. Die Festlegung des Raumklimas beeinflusst den Installationspreis, die r?umlichen Anforderungen für die Anlage und die Betriebskosten. Deshalb muss eine L?sung gefunden werden, die den geltenden Anforderungen entspricht. Lüftungsanlagen bestehen aus einer Zuluft- und einer Abluftanlage und sind gew?hnlich mit Filtern für die Au?enluft sowie Heiz- und W?rmerückgewinnungseinrichtungen ausgerüstet. Abluftanlagen ohne Zuluftanlage k?nnen die vorgegebenen Anforderungen nicht erfüllen. Zuluftanlagen ohne Abluftanlagen erm?glichen in der Regel keine W?rmerückgewinnung und k?nnen zu ?berdruck führen, der in bestimmten F?llen eine Gefahr für die Geb?udestruktur darstellen kann. Die Grundkategorien der Anlagenart ist abh?ngig von ihrer F?higkeit, die Raumluftqualit?t zu regeln, sowie davon, auf welche Weise und wie weitgehend sie die thermodynamischen Eigenschaften im Raum regelt. M?gliche Kategorien für die Steuerung und Regelung der Raumluftqualit?t sind in Tabelle 13 angegeben.
Tabelle 13 — M?gliche Arten der Steuerung und Regelung der Raumluftqualit?t (RAL-C) Kategorie Beschreibung Keine Regelung

RAL – C1

Die Anlage l?uft konstant.
Manuelle Steuerung

RAL – C2

Die Anlage unterliegt einer manuellen Schaltung.
Zeitsteuerung

RAL – C3

Die Anlage wird nach einem vorgegebenen Zeitplan betrieben.
Anwesenheitskontrolle (Personenbelegung ja/nein)

RAL – C4

Die Anlage wird abh?ngig von der Anwesenheit von Personen betrieben (Lichtschalter, Infrarotsensoren usw.).
Pr?senzkontrolle (Anzahl der Personen)

RAL – C5

Die Anlage wird abh?ngig von der Anzahl der im Raum anwesenden Personen betrieben.
Luftqualit?tsregelung

RAL – C6

Die Anlage wird durch Sensoren geregelt, die Raumluftparameter oder angepasste Kriterien messen (z. B. CO2-, Mischgas- oder VOC-Sensoren). Die angewendeten Parameter müssen an die Art der im Raum ausgeübten T?tigkeit angepasst sein.

Welches Regelungssystem (einschlie?lich manueller Regelung) auch angewendet wird, eine bessere Leistung l?sst sich in der Regel durch Anwendung einer Form von vorausschauender Regelung erreichen. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass die Zunahme der Verschmutzung verfolgt wird und der Luftvolumenstrom geringfügig erh?ht wird, bevor eine Konzentrationsgrenze überschritten wird, und nicht erst nach dem ?berschreiten der Konzentrationsgrenze die Lüftung bedeutend zu erh?hen.

16

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Das thermische Umgebungsklima in einem Raum kann entweder durch die Lüftungsanlage allein oder in Verbindung mit anderen Einrichtungen, wie Kühl-/Heizdecken, B?den usw. geregelt werden. Auf dieser Grundlage werden die beiden Grundanlagenarten nach Tabelle 14 verwendet.
Tabelle 14 — Allgemeine Anlagentypen zur Beschreibung Name der Anlagenart

Regelung durch die Lüftungsanlage allein Regelung durch die Lüftungsanlage in Verbindung mit anderen Einrichtungen (z. B. Heizvorrichtungen, Kühldecken, Radiatoren, thermoaktive Bauteile)

Nur-Luftanlagen Mischanlagen

M?gliche Behandlungen der Luft zur Ver?nderung des hygrothermalen Umgebungsklimas sind: Heizen, Kühlen, Befeuchten und Entfeuchten. Für eine Klassierung ist eine Funktion nur dann gültig, wenn die Anlage in der Lage ist, diese Funktion so zu regeln, dass die vorgegebenen Bedingungen hinsichtlich der Grenzen erfüllt werden k?nnen. Dies bedeutet, dass zum Beispiel eine ungeregelte Entfeuchtung in einer Kühlungseinheit nicht als Entfeuchtung im vorgenannten Sinne gerechnet werden kann. Die Definitionen der Grundarten von Anlagen bezüglich der F?higkeit zur Regelung der Temperatur und des Feuchtegehaltes im Raum sind in Tabelle 15 angegeben.
Tabelle 15 — Anlagentypen entsprechend der Funktion Kategorie Anlagengeregelte Funktion
Lüftung Heizung Kühlung Befeuchtung Entfeuchtung

Name der Anlage

Farbcode für die Zuluft

THM – C0

×









Einfache Lüftungsanlage Lüftungsanlage mit der Funktion heizen oder Luftheizungsanlage Lüftungsanlage mit den Funktionen heizen und befeuchten Einfache Klimaanlage mit der Funktion kühlen Einfache Klimaanlage mit der Funktion kühlen und befeuchten Klimaanlage mit den Funktionen kühlen, be- und entfeuchten

Grün

THM – C1

×

×







Rot

THM – C2

×

×



×



Blau

THM – C3

×

×

×



(×)

Blau

THM – C4

×

×

×

×

(×)

Blau

THM – C5 Es bedeuten

× – × (×)

×

×

×

×

Violett

von der Anlage nicht beeinflusst durch die Anlage geregelt und im Raum sichergestellt durch die Anlage beeinflusst, jedoch ohne Garantiewerte im Raum

Die Kategorie THM – C5 ist nur zu w?hlen, wenn eine geregelte Entfeuchtung tats?chlich erforderlich ist.

17

EN 13779:2004 (D)

5.4

Druckbedingungen im Raum

Um die Str?mungsrichtung und die Verteilung von Emissionen zwischen Bereichen im Geb?ude und/oder zwischen Geb?ude und dem Freien zu regeln, werden Druckbedingungen durch unterschiedliche Zuluft- und Abluftstr?me geschaffen. M?gliche Kategorien für Druckbedingungen sind in Tabelle 16 angegeben.
Tabelle 16 — Druckbedingungen im Raum Kategorie Beschreibung (kein Wind und keine Kaminwirkung)

PC 1 PC 2 PC 3 PC 4 PC 5

Unterdruck (d  6 Pa) leichter Unterdruck ( 2 Pa bis  6 Pa) ausgeglichen ( 2 Pa bis + 2 Pa) = Standardbedingung leichter ?berdruck (2 Pa bis 6 Pa) ?berdruck (> 6 Pa)

Die Wahl der Drücke h?ngt von der Anwendung ab. In manchen F?llen sind mehrere Stufen von Unter- und ?berdrücken erforderlich, um die Luftstr?mung zwischen allen Bereichen im Geb?ude zu regeln. Wenn die geforderten Drücke auch bei Windeinwirkung sicherzustellen sind, muss die Geb?udehülle nach A.9 luftdicht sein. In der Regel werden die vorgeschlagenen Str?mungsrichtungen und nicht die definierten Drücke festgelegt. Bei einem kalten Umgebungsklima kann ein ?berdruck im Geb?ude zu Sch?den an der Geb?udestruktur führen. Wurden keine Angaben gemacht, gilt Kategorie PC 3.

5.5

Spezifische Ventilatorleistung

Die Klassierung der spezifischen Ventilatorleistung (für jeden Ventilator) ist in Tabelle 17 angegeben (Klassierung je Ventilator). Wurden keine Angaben gemacht, sind die in Tabelle A.3 angegebenen Standardwerte anzuwenden.
Tabelle 17 — Klassierung der spezifischen Ventilatorleistung (je Ventilator) Kategorie

PSFP in W · m ? s < 500 500 – 750 750 – 1 250 1 250 – 2 000 > 2 000

-3

SFP 1 SFP 2 SFP 3 SFP 4 SFP 5

6
6.1

Raumklima
Allgemeines

Lüftungs- und Klimaanlagen beeinflussen die folgenden Parameter:
   

Raumklima; Raumluftqualit?t; Raumluftfeuchte; Akustik im Raum.

18

EN 13779:2004 (D)

Es ist jedoch erforderlich zu berücksichtigen, dass Behaglichkeit und Leistungsf?higkeit von Personen in einem Raum auch von folgenden Einflüssen abh?ngen:
     

Art der T?tigkeit und Gestaltung des Arbeitsplatzes; Beleuchtung und Farben; Raumgr??e und M?beleinrichtung; Sicht nach au?en; Arbeitsbedingungen und Arbeitsverh?ltnis; individuelle Faktoren.

Die Auslegungskriterien für das Raumklima basieren auf Vereinbarungen zwischen Auftraggeber und Planer. Typische Auslegungsbedingungen sind in 6.3 bis 6.7 angegeben; weitere Leitlinien zur Luftqualit?t sind in 5.2 enthalten. Die vereinbarten Anforderungen an das Raumklima, die Raumluftqualit?t, die Raumluftfeuchte und die Akustik im Raum müssen im Aufenthaltsbereich entsprechend 6.2 erfüllt werden. Jede Anlage muss für die spezifischen Anforderungen des Projektes ausgelegt sein.

6.2

Aufenthaltsbereich

Die Anforderungen an das Raumklima sind im Aufenthaltsbereich zu erfüllen. Dies bedeutet, dass alle Messungen, die die Behaglichkeitskriterien betreffen, auf diesen Bereich zu beziehen sind. Um diese Anforderungen zu bewerten, kann zwar der gesamte Raum zugrunde gelegt werden, die Behaglichkeitskriterien sind jedoch jenseits des Aufenthaltsbereiches nicht sichergestellt. ?bliche Ma?e zur Definition des Aufenthaltsbereiches sind in Tabelle 18 angegeben und auf Bild 2 dargestellt.
Tabelle 18 — Ma?e zur Definition des Aufenthaltsbereiches Abstand von der folgenden Innenfl?che ?blicher Bereich Standardwert

Fu?boden (untere Begrenzung) Fu?boden (obere Begrenzung) Au?enfenster und -türen Heiz- und/oder Klima-Ger?te Au?enwand Innenwand Türen, Durchgangsbereiche usw.

A B C D E F G

0,00 m bis 0,20 m 1,30 m bis 2,00 m 0,50 m bis 1,50 m 0,50 m bis 1,50 m 0,15 m bis 0,75 m 0,15 m bis 0,75 m besondere Vereinbarung

0,05 m 1,80 m 1,00 m 1,00 m 0,50 m 0,50 m –

19

EN 13779:2004 (D)

Legende Vertikalschnitt (oberes Bild) Grundriss (unteres Bild) Bild 2 — Darstellung des Aufenthaltsbereiches

Wenn Au?enw?nde mit Fenstern zu berücksichtigen sind, gilt für die gesamte Oberfl?che das Bauteil mit dem gr??ten Abstand. Es sollte darauf geachtet werden, dass es in R?umen mit niedrigen Decken (Raumh?he unter 2,5 m) schwierig sein k?nnte, die Anforderung bezüglich einer oberen Begrenzung von 2 m zu erfüllen. In den nachfolgend genannten Bereichsarten sollten besondere Vereinbarungen getroffen werden, da es auch dort schwierig sein k?nnte, die Anforderungen an das Raumklima – besonders im Hinblick auf Zugerscheinungen und Temperatur – zu erfüllen: a) b) c) d) Durchgangsbereiche; Bereiche in der N?he von Türen, die oft benutzt werden oder offen stehen; Bereiche in der N?he von Zuluftdurchl?ssen; Bereiche in der N?he von Einrichtungen mit hoher W?rmelast oder hohem Luftvolumenstrom.

Wenn nicht anders vereinbart, geh?ren die Bereiche unter a) und b) nicht zum Aufenthaltsbereich; die Bereiche unter c) und d) werden jedoch als Teile des Aufenthaltsbereiches betrachtet.

20

EN 13779:2004 (D)

Wenn für die Nutzung eines Raumes nicht die Raumma?e, sondern andere Faktoren ma?gebend sind, kann der Aufenthaltsbereich nach den festgelegten Arbeitsbereichen und den darin befindlichen Einrichtungen oder nach der Lage des Atmungsbereiches definiert werden, je nachdem, was zwischen Planer und Auftraggeber vereinbart wurde.

6.3
6.3.1

Thermisches Raumklima
Allgemeines

Die folgenden Angaben beruhen auf EN ISO 7730 und gelten für typische Anwendungen, wie zum Beispiel Bürogeb?ude usw.
6.3.2 Auslegungsbedingungen

Die wichtigsten Auslegungsbedingungen in Bezug auf das Raumklima betreffen die Bekleidung und die Aktivit?t der sich im Raum aufhaltenden Personen. Typische Werte für Bürogeb?ude oder ?hnliche Arbeitspl?tze für sitzende T?tigkeiten sind in Tabelle 19 angegeben.
Tabelle 19 — Auslegungsvoraussetzungen für Bekleidung und Aktivit?t in Bürogeb?uden Parameter ?blicher Bereich Standardwert für die Auslegung

Bekleidung Aktivit?t (siehe Tabelle 25)

Sommer: Winter:

0,5 clo bis 0,7 clo 0,8 clo bis 1,0 clo 1,0 met bis 1,4 met

Sommer: Winter: 1,2 met

0,5 clo 1,0 clo

Der W?rmeaustausch des menschlichen K?rpers durch Strahlung h?ngt von der Temperatur der umgebenden Oberfl?chen ab, w?hrend der W?rmeaustausch durch Konvektion von der Lufttemperatur und Luftgeschwindigkeit abh?ngig ist. Thermische Behaglichkeit bei bestimmter Bekleidung und bestimmter Aktivit?t wird deshalb haupts?chlich von der operativen Temperatur und der Luftgeschwindigkeit beeinflusst. Weitere Einflüsse, wie der vertikale Lufttemperaturgradient, warme und kalte Fu?b?den sowie Strahlungsasymmetrie sind nur in bestimmten Anwendungsf?llen zu prüfen. Grunds?tzliche Informationen dazu sind in EN ISO 7730, EN ISO 8990 und prEN ISO 9920 enthalten.
6.3.3 Lufttemperatur und operative Temperatur

Bei den meisten Anwendungen innerhalb des Anwendungsbereiches dieser Norm sind die -1 Luftgeschwindigkeiten gering (< 0,2 m · s ), und es bestehen ebenfalls nur geringe Unterschiede zwischen der Lufttemperatur und der mittleren Strahlungstemperatur im Raum (< 4 °C). Daher ist in dieser Norm die operative Temperatur für einen bestimmten Ort im Raum wie folgt definiert:

To =
Dabei ist

Ta  T r
2

(3)

To Ta Tr

die operative Temperatur am betrachteten Ort im Raum; die Raumlufttemperatur; die mittlere Strahlungstemperatur aller Oberfl?chen (W?nde, Fu?boden, Decke, Fenster, Heizk?rper usw.) bezogen auf den betrachteten Ort im Raum.

Weitere Angaben zur operativen Temperatur sind in EN ISO 7726 und EN ISO 7730 enthalten.

21

EN 13779:2004 (D)

Unter Berücksichtigung der Standardwerte für Bürogeb?ude nach Tabelle 19 betr?gt die optimale operative Temperatur 24,5 °C im Sommer und 21,5 °C im Winter. Der Planer sollte für das tats?chliche betrachtete Geb?ude m?glichst projektbezogene Auslegungswerte anwenden und sich nicht auf Standardwerte oder Tabellen mit üblichen Werten verlassen. Er sollte au?erdem berücksichtigen, dass Temperaturanforderungen von der Anpassung der Nutzer abh?ngen, zum Beispiel durch die Wahl der clo-Werte der Bekleidung und die Art der T?tigkeit. Diese Aspekte schwanken mit dem üblichen Au?enklima merklich; daher k?nnen Kenntnisse der regionalen Bedingungen, die zu einer thermischen Behaglichkeit führen, angewendet werden. Lokale Vorschriften haben Vorrang. Falls keine anderen Vereinbarungen getroffen wurden, muss die Auslegung der Anlage jedoch auf den in Tabelle 20 angegebenen Werten beruhen.
Tabelle 20 — Auslegungswerte für die operative Temperatur in Bürogeb?uden Bedingungen ?blicher Bereich Standardwert für die Auslegung

Winterbetrieb mit Heizung Sommerbetrieb mit Kühlung
a b

To = 19 °C bis 24 °C To = 23 °C bis 26 °C

To = 21 °Ca To = 26 °Cb

Bei Auslegungsbedingungen im Winter. Mindesttemperatur am Tag. Bei Auslegungsbedingungen im Sommer. H?chsttemperatur am Tag.

Wenn nicht anders vereinbart, muss die festgelegte operative Temperatur für einen Bereich in der Mitte des Raumes bei einer H?he von 0,6 m über dem Boden gelten. Auf der Grundlage von vereinbarten Auslegungswerten k?nnen Planer und Auftraggeber einen Zeitraum festlegen, in dem die Auslegungswerte überschritten werden dürfen (z. B. Stunden je Tag oder Tage je Jahr).
6.3.4 Luftgeschwindigkeiten und Zugluftrisiko

Die annehmbare mittlere Luftgeschwindigkeit ist vom Zugluftrisiko (Prozentsatz von Personen, die auf Grund von Zugluft unzufrieden sind), der Lufttemperatur und dem Turbulenzgrad abh?ngig. Diese Abh?ngigkeit ist wie folgt in EN ISO 7730 und CR 1752 beschrieben: DR = (34  Ta) (v – 0,05) Dabei ist DR das Zugluftrisiko, in %;
0,62

(0,37 · v · TU  3,14)

(4)

Ta
v

die lokale Raumlufttemperatur, in °C (19 °C bis 27 °C); die lokale mittlere Luftgeschwindigkeit, in m ? s ;
-1

TU der lokale Turbulenzgrad, in % (30 % bis 60 % bei Mischstrom-Verteilung). Unter der Voraussetzung, dass keine besonderen Vereinbarungen getroffen wurden, sind auf der Basis der vorgenannten Grunds?tze die Werte nach Tabelle 21 anzuwenden; dabei sind die Auslegungs-Raumlufttemperaturen nach 6.3.2, ein Zugluftrisiko von 10 % bis 20 % und ein Turbulenzgrad von 40 % (Mischluft) anzusetzen.

22

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 21 — Auslegungswerte für die lokale Luftgeschwindigkeit (Mittelwerte in m · s bei einer Messung über drei Minuten, die nach EN 13182 erfolgt ist) Lokale Lufttemperatur ?blicher Bereich Standardwert (DR = 15 %)

-1

Ta = 20 °C Ta = 21 °C Ta = 22 °C Ta = 24 °C Ta = 26 °C

0,10 bis 0,16 0,10 bis 0,17 0,11 bis 0,18 0,13 bis 0,21 0,15 bis 0,25

v d 0,13 v d 0,14 v d 0,15 v d 0,17 v d 0,20

ANMERKUNG Bei individueller Luftvolumenstromregelung oder zeitlich begrenzter Intensivlüftung sind h?here Werte zul?ssig.

Die vereinbarten Werte müssen bei normalem Betrieb immer erfüllt sein. Dies bedeutet, dass die Anlage und deren Luftdurchl?sse entsprechend ausgelegt sein müssen.

6.4
6.4.1

Raumluftqualit?t
Auslegungskriterien

Die wichtigsten Auslegungskriterien bezüglich Raumluftqualit?t sind Angaben zur Personenbelegung, ob Rauchverbot besteht oder nicht sowie zu Emissionsquellen au?er dem menschlichen Stoffwechsel und dem Rauchen. Weiterhin sollte berücksichtigt werden, dass die Luftqualit?t wahrscheinlich negativer empfunden werden kann als ein Anstieg der Temperatur und der Feuchte. ?bliche Werte für die Personenbelegung sind in Tabelle 22 angegeben. Die Auslegung muss sich auf m?glichst reale Projektdaten stützen. Falls jedoch keine Werte angegeben sind, gelten die Standardwerte nach Tabelle 22. Falls keine Informationen bezüglich Raucherlaubnis vorliegen, muss vorausgesetzt werden, dass das Rauchen in allen in Tabelle 22 angegebenen Nutzungsarten nicht erlaubt ist. Ist das Rauchen gestattet, wird dringend empfohlen, eine eindeutige Unterscheidung zwischen Raucher- und Nichtraucher-Bereichen zu treffen.
Tabelle 22 — Auslegungskriterien für die Netto-Bodenfl?che je Person Nutzungsart Netto-Bodenfl?che je Person in 2 1 m · Person ?blicher Bereich Standardwert

Gro?raumbüro Einzel- oder Gruppenbüro Sitzungsraum Kaufhaus Klassenraum Krankenhausstation Bettenhaus Hotelzimmer Restaurant

7 8 2 3 2 5 5

bis 20 bis 12 bis 5 bis 8 bis 5 bis 15 bis 20

12 10 3,0 4,0 2,5 10 10 1,5

1,2 bis 5

23

EN 13779:2004 (D)

Emissionen aus Quellen, die nicht zum menschlichen Stoffwechsel geh?ren, sowie Rauchen sind so genau wie m?glich anzugeben. Wurden keine Angaben gemacht, muss mit dem Auftraggeber vereinbart werden, dass keine weiteren Emissionen berücksichtig werden.
6.4.2 6.4.2.1 Zuluftvolumenstr?me

Allgemeines

Der Luftvolumenstrom (Au?en- und Zuluftvolumenstrom) ist nach folgenden Kriterien zu bestimmen:    Personenbelegung mit oder ohne Rauchen; weitere bekannte Emissionen; Heiz- oder Kühllast, die durch die Lüftung zu übernehmen ist.

Um einen unkontrollierten Verlust an Zuluft zu vermeiden, müssen die Leitungen nach A.8 luftdicht sein.
6.4.2.2

Personenbelegung

Der für die Personenbelegung erforderliche Au?enluftvolumenstrom ist mit den Angaben aus 5.2.5, durch spezifische Volumenstromwerte aus Vorschriften oder aufgrund von Erfahrungswerten zu ermitteln.
6.4.2.3

Weitere bekannte Emissionen

Der erforderliche Zuluftvolumenstrom zur Verdünnung bekannter Emissionen errechnet sich aus qv,.ZUL = Dabei ist
qv,ZUL qm,E cRAL cZUL q m, E c RAL  c ZUL

(5)

der Zuluftvolumenstrom, in m ? s ; der Massenstrom der Emission im Raum, in mg ? s ; die zul?ssige Konzentration im Raum, in mg ? m ; die Konzentration in der Zuluft, in mg ? m .
-3 -3 -1

3

-1

Bei unterschiedlichen Verunreinigungen ist es erforderlich, alle bedeutsamen Verunreinigungen zu überprüfen, um die ma?gebliche Verunreinigung ermitteln zu k?nnen. In der Regel ist die Reduktion der Emissionen an deren Quelle einer Verdünnung vorzuziehen. Die vorstehend angegebene Gleichung (5) gilt für einen station?ren Zustand (Standardzustand) bei einer lang andauernden konstanten Emission. Bei einer kurzen Emissionsperiode wird die station?re Beharrungskonzentration eventuell nicht erreicht und der Luftstrom kann für einen bestimmten maximalen Konzentrationsgrad reduziert werden. Der zeitliche Verlauf der Konzentration im Raum ergibt sich aus folgender Gleichung (Zuluftvolumenstrom = Abluftvolumenstrom):
q v,ZUL · §  ?t ? qm, E ¨ Vr  cRAL(t) – cZUL = cRAL(0)  e 1 ¨ ? qv, ZUL ¨ ? ? ?

(6)

24

EN 13779:2004 (D)

Dabei ist
cRAL(t) cZUL cRAL(0) qv,ZUL qm,E Vr
t 6.4.2.4

die Konzentration im Raum zur Zeit t, in mg ? m ; die Konzentration in der Zuluft, in mg ? m ; die Konzentration im Raum zu Beginn (t = 0), in mg ? m ; der Zuluftvolumenstrom, in m ? s ; der Massenstrom der Emission im Raum, in mg ? s ; das Luftvolumen im Raum, in m ; die Zeit, in s. Heiz- und Kühllast
3 -1 3 -1 -3 -3

-3

Manchmal wird der Luftvolumenstrom durch die Heiz- oder Kühllast, die durch die Lüftungsanlage übernommen werden soll, bestimmt. Wenn aus diesem Grund der Luftvolumenstrom viel h?her ist als in 6.4.2.2 angegeben, ist eine Alternativl?sung zur W?rmeabfuhr zweckm??ig (z. B. direkte Kühlung oder ?rtliche Erfassung). Der erforderliche Luftvolumenstrom für Heizung oder Kühlung wird aus folgender Gleichung berechnet:
qv,ZUL =

) U ? c p T a, RAL  T ZUL

(7)

Dabei ist
qV,ZUL

der Zuluftvolumenstrom, in m ? s ; die Thermische Last (Heiz-/Kühllast), in W; die Luftdichte, in kg ? m ; die W?rmekapazit?t der Luft, in J ? kg ? K ; die Temperatur der Raumluft, in °C; die Temperatur der Zuluft, in °C.
-1 -1 -3

3

-1

) U
cp

Ta,RAL TZUL

Die Dichte und die thermische Kapazit?t der Luft sind von deren Temperatur und Druck abh?ngig. Die Berechnung ist mit den lokal geltenden Werten durchzuführen.
6.4.3 Abluftvolumenstr?me

In einer Lüftungsanlage mit Zuluft und Abluft ist der Abluftvolumenstrom durch den Zuluftvolumenstrom und die erforderlichen Druckbedingungen gegeben. Bei Abluftanlagen müssen die Abluftvolumenstr?me nach den in 6.4.2.2 bis 6.4.2.4 angegebenen Grunds?tzen berechnet werden. ?bliche Auslegungswerte für Küchen und Toiletten/Waschr?ume sind in Tabelle 23 angegeben. Die Abluft kann durch Au?enluft oder durch Luft aus anderen R?umen ersetzt werden (siehe Tabelle A.2). Bei spezialisierten Anwendungen (z. B. einige Industrie- und Krankenhausgeb?ude) müssen die Abluftvolumenstr?me entsprechend den besonderen Erfordernissen berechnet werden, wobei auch der m?gliche Einfluss auf das ?u?ere Umgebungsklima berücksichtigt werden muss. Dies liegt au?erhalb des Anwendungsbereiches dieser Norm.

25

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 23 — Auslegungswerte für Abluftvolumenstr?me Nutzungsart Einheit ?blicher Bereich Standardwert für die Auslegung

Küche – einfache Nutzung (z. B. Küche für die Zubereitung hei?er Getranke berufliche Nutzung
b 3 -1

m ?h l?s
a

3

-1

> 72 > 20
a

108 30
a

-1



Toilette/Waschraum –

je Raum (Minimum)

m ?h l?s
3 -1

> 24 > 6,7
-2

36 10 7,2 2,0

-1



je Fu?bodenfl?che

m ?h ?m l?s ?m
-1

> 5,0 > 1,4

-2

a

Die Abluftvolumenstr?me für die Küchen sind entsprechend den besonderen Anforderungen auszulegen. Mindestens 50 % der Zeit in Betrieb. Bei kürzeren Laufzeiten sind h?here Volumenstr?me erforderlich. Niedrigere Werte sind bei Direktabsaugung an 3 -1 3 -1 der Toilette m?glich (üblicher Wert: 10 m ? h bis 20 m ? h je Toilette).

b

6.5

Raumluftfeuchte

Innerhalb des üblichen Raumluft-Temperaturbereiches zwischen 20 °C und 26 °C spielt Verdunstung eine geringere Rolle bei der Thermoregulation des menschlichen K?rpers. Deshalb entstehen in der Regel kaum Probleme bezüglich thermischer Behaglichkeit, wenn die relative Feuchte zwischen 30 % und 70 % liegt. Die untere Grenze von 30 % ist vorgegeben, um trockene Augen und Schleimhautreizungen zu vermeiden. In extremen Klimata ist eine geringere Feuchte für einen begrenzten Zeitraum jedoch annehmbar; dieser Zeitraum ist zwischen Auftraggeber und Planer unter Berücksichtigung lokaler Vorschriften und Pr?ferenzen zu vereinbaren. Beschwerden darüber, dass die Luft zu trocken sei, haben ihre Ursache h?ufig in Staub oder anderen Verschmutzungen in der Luft. Auf Grund zu hoher Raumtemperaturen und/oder Au?enluftvolumenstr?me ist die relative Feuchte oft zu gering. Alle diese Ursachen sollten vor einer Befeuchtung in Betracht gezogen werden. Da eine hohe relative Feuchte das Wachstum von Pilzen und Hausstaubmilben begünstigt und den Verfall von Baustoffen beschleunigt, sollten l?ngere Zeitr?ume mit einer zu hohen relativen Feuchte vermieden werden. Eine zu hohe Konzentration dieser Organismen kann au?erdem eine Gefahr für empfindliche Personen bedeuten und sollte deshalb vermieden werden. Falls keine n?heren Angaben vorliegen, kann bei der Auslegung davon ausgegangen werden, dass au?er der Personenbelegung, der Zuluft sowie der Luft aus Infiltration keine weiteren Feuchtigkeitsquellen vorhanden sind.

6.6

Akustik im Raum

Zul?ssige A-bewertete Schalldruckpegel, die durch die Lüftungs- oder Klimaanlagen und weitere Anlagen in verschiedenen Raumarten entstehen und/oder übertragen werden, sind in Tabelle 24 angegeben. Diese Werte sind Mittelwerte und gelten ohne ?u?ere oder durch Nutzung des Raumes hervorgerufene Ger?uschquellen. Bei den Werten sind M?bel, jedoch nicht die Personen im Raum, berücksichtigt.

26

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 24 — Zul?ssiger A-bewerteter Schalldruckpegel Geb?ude Raumart Schalldruckpegel [dB(A)] ?blicher Bereich Standardwert

Kinderfürsorge-Einrichtungen

Kinderg?rten Kindertagesst?tten H?rs?le Bibliotheken

30 bis 45 30 bis 45 30 bis 35 28 bis 35 30 bis 35 30 bis 40 28 bis 35 35 bis 50 40 bis 50 40 bis 50 40 bis 60 40 bis 50 35 bis 45 30 bis 48 25 bis 35 20 bis 35 25 bis 40 35 bis 45 35 bis 45 25 bis 35 30 bis 40 30 bis 40 30 bis 40 35 bis 45 35 bis 45 35 bis 50 35 bis 50 40 bis 60 30 bis 40 35 bis 50 35 bis 45 30 bis 40 35 bis 50 40 bis 50 40 bis 50 40 bis 50

40 40 33 30 33 35 30 40 45 45 50 45 40 40 30 30 30 40 40 30 35 35 35 40 40 40 45 55 35 40 40 35 45 45 45 45

Versammlungsst?tten

Kinos Gerichtss?le Museen Einzelhandelsl?den Kaufh?user

Gewerbliche R?ume

Superm?rkte EDV-R?ume, gro? EDV-R?ume, klein Flure OP-R?ume

Krankenh?user

Stationen Schlafzimmer, nachts Schlafzimmer, am Tag Foyers Empfangsr?ume Zimmer (w?hrend der Nacht) Zimmer (am Tag) kleine Büros Konferenzr?ume Gro?raumbüros Bürozellen Cafeterias

Hotels

Büros

Restaurants

Speiser?ume Küchen Klassenr?ume G?nge Turnhallen Lehrerzimmer geschlossene Sportstadien Schwimmhallen Toiletten Umkleider?ume

Schulen

Sport Allgemeines

27

EN 13779:2004 (D)

6.7
6.7.1

Innere W?rmelasten
Allgemeines

Angaben über die W?rmlasten von Personen, Beleuchtung und Ausrüstung sind in 6.7.2 bis 6.7.4 enthalten. Für die Auslegung der Lüftungs- und Klimaanlagen ist es erforderlich, realistische innere W?rmelasten mit zeitlichen Angaben bezüglich Entstehung und Wirkung zu definieren.
ANMERKUNG Eine ?berbewertung von inneren W?rmelasten k?nnte zu unn?tig hohen Investitions- und Betriebskosten führen, andererseits k?nnte eine Untersch?tzung der inneren W?rmelasten zu hohe Raumtemperaturen w?hrend der Kühlperiode verursachen.

6.7.2

Personen

Die W?rmeabgabe von Personen besteht aus einem sensiblen Teil (Strahlung plus Konvektion) und einem latenten Teil (Emission von Dampf). Für den Temperaturanstieg ist nur der sensible Teil von Bedeutung. Tabelle 25 enth?lt Werte für die W?rmeabgabe von Personen auf der Basis einer Lufttemperatur von 24 °C. Bei h?heren Temperaturen bleibt die gesamte W?rmeerzeugung gleich, die Werte für die sensible W?rme nehmen jedoch ab (Ta = 26 °C, etwa -20 %).
Tabelle 25 — W?rmeabgabe von Personen bei unterschiedlichen Aktivit?ten (Lufttemperatur 24 °C) Aktivit?t Gesamte W?rme -1 b meta W · Person Sensible W?rme -1 W · Person

Ruhig liegend, schlafend Ruhig sitzend Sitzende T?tigkeit (Büro, Schule, Labor) Stehend, leichte T?tigkeit (Laden, Labor, leichte industrielle T?tigkeit) Stehend, mittelschwere T?tigkeit (Ladengehilfe, Maschinenarbeit) Laufen auf der Ebene bei: -1 2 km h -1 3 km h -1 4 km h -1 5 km h
a b -2

0,8 1,0 1,2 1,6 2,0

80 100 125 170 210

55 70 75 85 105

1,9 2,4 2,8 3,4

200 250 300 360

100 105 110 120

1 met = 58 W ? m . 2 -1 Gerundete Werte für einen menschlichen K?rper mit einer Oberfl?che von 1,8 m ? Person .

6.7.3

Beleuchtung

Bei der Auslegung der Klimaanlage muss die durch die vorgeschlagene Beleuchtung verursachte innere W?rmelast berücksichtigt werden. ?bliche Auslegungswerte für die Beleuchtung sind in Tabelle 26 angegeben. Die angegebenen Werte sind Mittelwerte über die gesamte Nettofl?che des Raumes.

28

EN 13779:2004 (D)

Tabelle 26 — Auslegungswerte für die Beleuchtungsst?rke Nutzungsart Beleuchtungsst?rke in Lux ?blicher Bereich Standardwert

Büroraum mit Fenster Büroraum ohne Fenster Kaufhaus Klassenraum Krankenhausstation Bettenzimmer Hotelzimmer Restaurant Raum, nicht bewohnbar

300 bis 500 400 bis 600 300 bis 500 300 bis 500 200 bis 300 200 bis 300 200 bis 300 50 bis 100

400 500 400 400 200 200 200 50

Die für eine bestimmte Beleuchtungsst?rke erforderliche elektrische Leistung ist von der technischen Einrichtung abh?ngig. ?bliche Werte von energieeffizienten Anlagen sind in Tabelle 27 angegeben.
Tabelle 27 — Elektrische Leistung von energieeffizienten Beleuchtungsanlagen Beleuchtungsst?rke in Lux Spezifische elektrische Leistung in W · m ?blicher Bereich Standardwert
-2

50 100 200 300 400 500

2,5 bis 3,2 3,5 bis 4,5 5,5 bis 7,0 7,5 bis 7,5 9,0 bis 12,5 11,0 bis 15,0

3 4 6 8 10 12

ANMERKUNG Bei Beleuchtungsanlagen mit einer geringen Effizienz k?nnen die Werte der elektrischen Leistung doppelt so hoch sein. Zus?tzliche Leistung kann durch die Nutzung von Spots, sonstigen besonderen Beleuchtungsanlagen oder durch eine dunkle Farbe der Raumoberfl?chen erforderlich sein.

Weitere Angaben zur Beleuchtung sind in EN 12464-1 enthalten.
6.7.4 Sonstige innere W?rmequellen

Für die Auslegung der Lüftungs- und Klimaanlagen müssen alle relevanten inneren W?rmequellen berücksichtigt werden. In Bürogeb?uden liegt die innere W?rmelast durch sonstige W?rmequellen in der Regel zwischen -1 -1 25 W · Person und 200 W · Person ; diese Werte sind über die Nutzungszeit gemittelt. Der Standardwert für -1 Bürogeb?ude betr?gt 100 W · Person bei 8 Stunden je Tag.

29

EN 13779:2004 (D)

7
7.1

Vereinbarungen über die Auslegungskriterien
Allgemeines

Durch die Auslegungskriterien werden die für die Anlagenauslegung erforderlichen Angaben festgelegt. Diese Kriterien bilden au?erdem die Grundlage für die Messungen, die w?hrend des ?bergabeprozesses durchgeführt werden. Sie vereinheitlichen die Verst?ndigung zwischen allen Beteiligten, wie z. B. Auftraggeber, Planer, Unternehmer sowie Betriebs- und Wartungspersonal. Die für die Auslegung der Anlage erforderlichen Angaben werden mit Hilfe verschiedener Dokumente nach 7.2 bis 7.9 zusammengestellt. Sollte das Verfahren zur Dimensionierung der Anlage mehr Details erfordern, sind diese ebenfalls zu erfassen und darzustellen.

7.2

Grunds?tze

In dieser Norm werden die Bezeichnungen ?Auftraggeber“, ?Planer“, oder ?Unternehmer“ verwendet; deren Aufgaben und Zust?ndigkeiten sind vertraglich zu regeln. Sollte eine Partei die notwendigen Angaben nicht zur Verfügung stellen, muss die andere Partei die notwendigen Angaben entweder anfordern oder selbst formulieren und protokollieren. Es ist vertraglich sicherzustellen, dass Planer und Auftraggeber Schlüsselentscheidungen im Hinblick auf die Auslegung gemeinsam treffen und diese dokumentieren. Der Auftraggeber muss dem Planer eine Beschreibung der Umwelt-/Umgebungsbedingungen (?u?ere Einflüsse) und der Bauart des Geb?udes zur Verfügung stellen. Planer und Auftraggeber müssen sich über die Zielsetzungen für die ?bergabe und den normalen Betrieb einigen und diese exakt definieren. Die Beschreibung des Geb?udes mit Konstruktionsdaten, Nutzung und Anforderungen ist ein Prozess mit einem w?hrend der Entwicklung des Projektes wachsenden Grad an Details und Pr?zision. Deshalb müssen alle Festlegungen und relevanten Anforderungen exakt dokumentiert sein. Die Einzelheiten über die erforderlichen Informationen sind auch vom angewendeten Berechnungsverfahren abh?ngig. Der Planer muss die erforderlichen Angaben definieren. Für Konstruktion, Raumnutzung und zu erfüllende Anforderungen in der Planungsphase sollten Abkürzungen/Kurzzeichen eingeführt werden.

7.3
7.3.1

Allgemeine Geb?udeeigenschaften
Lage, Au?enbedingungen, Umgebung

Wenn m?glich, muss der Auftraggeber dem Planer Angaben zur Lage des Geb?udes, zu den wesentlichen Umgebungsmerkmalen wie Nachbargeb?ude, Beschattung, Reflexionen, Emissionen, Stra?en, Flugpl?tze, Meeresn?he und zu besonderen Anforderungen sowie zu allen Faktoren, die die Geb?udeauslegung beeinflussen k?nnen, zur Verfügung stellen. Falls vorhanden, sollten auch Hinweise zu m?glichen Schallimmissionen und zu der Windeinwirkung auf die Fassaden gegeben werden. Die Kategorie der Au?enluft ist nach Tabelle 5 zu definieren.
7.3.2 Au?enklimadaten

Informationen über das Au?enklima sind erforderlich, wobei mindestens die Auslegungsbedingungen für Winter und Sommer zu dokumentieren sind. In der Norm zur Heiz- und Kühllast sind typische Referenztage mit den erforderlichen Angaben im stündlichen Rhythmus festgelegt. Die wichtigsten Auslegungsparameter sind:
 

Winter: Au?entemperatur und Windgeschwindigkeit; Sommer: Au?entemperatur, Feuchte und Sonnenstrahlung.

30

EN 13779:2004 (D)

Weitere Informationen über die H?ufigkeit von Extremsituationen sind, besonders zur ?berprüfung der Behaglichkeitsbedingungen, nützlich. Der Planer muss angeben, welches Referenzjahr er gew?hlt hat, um den Jahresenergiebedarf abzusch?tzen.
7.3.3 Informationen über den Betrieb des Geb?udes

Der Auftraggeber muss dem Planer Informationen über die vorgesehene Nutzung an typischen Tagen zur Verfügung stellen. Darüber hinaus sind die Zeiten im Jahr, in welchen das Geb?ude nicht genutzt wird (z. B. Schulen usw.) sowie die allgemeine Betriebsnutzung (z. B. Wochenende, nachts usw.) zu definieren.

7.4

Konstruktionsdaten

S?mtliche Geb?udeteile mit ihren ma?geblichen Konstruktionsdaten müssen auf einer Liste angegeben sein.

7.5

Geometrische Beschreibung

Die geometrische Beschreibung, einschlie?lich Angaben über die Ausrichtung der Au?enbauteile, kann mit Hilfe von Zeichnungen und/oder Tabellen dargestellt werden. Es sind Angaben zum Nettovolumen und der Bodenfl?che für jeden Raum zu machen.

7.6
7.6.1

Raumnutzung
Allgemeines

Die Informationen über die Nutzung von R?umen oder Gruppen von R?umen ?hnlicher Nutzung sind tabellarisch anzugeben. Die vom Auftraggeber geforderte Information nach EN 12599:2000, A.1 ist auch anzugeben.
7.6.2 Personenbelegung

Die Auslegungsbedingungen bezüglich der Anzahl von Personen, die sich in einem Raum über l?ngere Zeit aufhalten (siehe Tabelle 22), sind anzugeben. Die Personenzahl ist eine wesentliche Dimensionierungsgrundlage, da der Luftvolumenstrom für diese Belegung ausgelegt werden muss. Ferner sind Aktivit?t und Bekleidung nach Tabelle 19 zu definieren. Für die Personenbelegung ist ein Tagesgang anzugeben, z. B. durch Angabe von stündlichen Werten an typischen Tagen.
7.6.3 Sonstige innere W?rmelasten

Die inneren W?rmelasten sind für die verschiedenen Nutzungseinheiten anzugeben. Die Lasten sind wie folgt zu definieren:
 

sensible Lasten, durch Konvektion oder Strahlung; latente Lasten.

Sie sind in einem Tagesgang, ?hnlich wie bei der Personenbelegung, anzugeben.
7.6.4 Sonstige innere Verunreinigungs- und Feuchtigkeitsquellen

M?gliche Emissionen von besonderen Verunreinigungen oder Feuchte in einem Raum sind vom Planer und vom Auftraggeber gemeinsam festzulegen; dabei müssen die maximalen Konzentrationen der Verunreinigungen, die im Raum vorkommen k?nnen, angegeben werden. Jede relevante Verunreinigung ist durch ihre Emission und durch den zul?ssigen Grenzwert der Konzentration im Raum festzulegen.

31

EN 13779:2004 (D)

7.6.5

Vorgegebener Abluftvolumenstrom

Bei einigen Anwendungen ist der Abluftvolumenstrom durch einen definierten Prozess oder die Art der Ausstattung vorgegeben. In diesem Fall muss der Abluftvolumenstrom durch den Auftraggeber festgelegt werden.

7.7
7.7.1

Anforderungen in den R?umen
Allgemeines

Die Anforderungen (erwünschte Ergebnisse nach 6.3 bis 6.7) sind für jeden Raum festzulegen. In der Regel ergibt sich dies aus der Zusammenarbeit zwischen Auftraggeber und Planer. Die Anforderungen bezüglich der thermischen Bedingungen und des Zugluftrisikos sind im Aufenthaltsbereich nach 6.2 zu erfüllen. Der Auftraggeber kann entweder seine eigenen Anforderungen festlegen oder die Werte dieser Norm anwenden. Der Planer muss den Auftraggeber auf die Konsequenzen besonderer Anforderungen oder Festlegungen im Aufenthaltsbereich hinweisen.
7.7.2 Regelungsart

Die Art der Regelung des Raumklimas ist nach Tabelle 13 festzulegen und muss für die vorgesehene Nutzung des Raumes geeignet sein.
7.7.3 Thermische Bedingungen und Feuchtebedingungen

Die thermischen Bedingungen sind nach 6.3 und die Feuchtebedingungen nach 6.5 festzulegen.
7.7.4 Luftqualit?t für Personen

Planer und Auftraggeber müssen gemeinsam die gewünschte Luftqualit?t und eventuell das vom Auftraggeber gewünschte Klassierungsverfahren festlegen. Wichtig ist die Frage, ob bzw. wo das Rauchen erlaubt ist. Der Planer muss die erforderlichen Luftvolumenstr?me berechnen, um die festgelegten Anforderungen zu erfüllen (siehe 5.2.5 und 6.4). Die Luftvolumenstr?me je Raum sind durch die Vereinbarung zwischen Auftraggeber und Planer begründet. Wurden keine Angaben gemacht, ist der in Tabelle 11 für die Kategorie RAL 2 angegebene Volumenstrom je Person anzuwenden.
7.7.5 Luftgeschwindigkeiten

Die Luftgeschwindigkeit im Aufenthaltsbereich darf die vereinbarten Grenzen nicht überschreiten. Der Auftraggeber kann seine eigenen Anforderungen angeben oder die Standardwerte nach Tabelle 21 anwenden.
7.7.6 Schalldruckpegel

Wurden keine Regelungen getroffen oder besonderen Anforderungen gestellt, beruht die Definition des Schalldruckpegels auf 6.6.
7.7.7 Beleuchtung

Die Beleuchtung ist für die im Raum geltenden Anforderungen auszulegen. Die elektrische Leistung der Installation für die Beleuchtung sollte aus Energiespargründen nicht zu hoch sein, da Energie nicht nur für die Beleuchtung, sondern auch für die Kühlung im Sommer ben?tigt wird. ?bliche Werte für Beleuchtungsst?rke und elektrische Leistung für Beleuchtungen sind in 6.7.3 angegeben.

32

EN 13779:2004 (D)

7.8

Allgemeine Anforderungen an die Regelung und ?berwachung

Planer und Auftraggeber müssen das Verfahren zur Regelung und ?berwachung s?mtlicher Systeme vereinbaren. Bei einigen Anwendungen ist es sinnvoll, für das erste Jahr (die ersten Jahre) des Betriebs und die Zeit danach unterschiedliche Verfahren festzulegen.

7.9

Allgemeine Anforderungen an die Instandhaltung und Betriebssicherheit

Die Anlage muss so ausgelegt sein, dass sie bei ordnungsgem??em Betrieb und Instandhaltung für einen angemessenen Zeitraum betriebsf?hig bleiben kann. Sie muss au?erdem so ausgelegt sein, dass die Arbeiten zur Reinigung, Instandhaltung und Wartung leicht m?glich sind (siehe ENV 12097). Sie muss mit entsprechenden Schutz- und Sicherheitseinrichtungen für Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten sowie für Notabschaltungen ausgerüstet sein.
ANMERKUNG Nationale amtliche Stellen k?nnen Betriebssicherheit und Instandhaltung festlegen. strengere Anforderungen oder Anweisungen bezüglich

8

Verfahren von der Projektierung bis zum Betrieb

Das Verfahren vom Beginn des Projektes bis zur Aufnahme des normalen Betriebes ist allgemein durch die folgenden Schritte gekennzeichnet. Die gültige Organisation wird immer durch den Vertrag bestimmt. a) Beginn des Projektes; b) c) d) e) f) g) h) i) j) k) Festlegung der Auslegungsbedingungen und Anforderungen; ?berprüfung mit amtlichen Stellen, geltende Vorschriften; Planung; Installation; ?berprüfung der Installation; Betriebsbeginn, Funktionsprüfung, Einregulierung, Prüfung mit Erstellen von Berichten; Erkl?rung an den Auftraggeber, dass die Installationsarbeiten abgeschlossen sind; gemeinsame Vollst?ndigkeitsprüfung, Messungen nach EN 12599; Funktionsprüfungen, Funktionsmessungen und besondere

?bergabe der Anlage und der wesentlichen Dokumentation mit Anweisungen bezüglich Betrieb und Instandhaltung an den Auftraggeber; Betrieb und Instandhaltung.

Die Garantiezeit beginnt in der Regel mit Abschluss der ?bergabe. Jede Lüftungs- und Klimaanlage erfordert einen geeigneten Betrieb und eine angemessene Instandhaltung, sodass die erwünschten Bedingungen im Raum sichergestellt sind, ein leistungsf?higer Betrieb in allen Situationen gesichert ist, Emissionen aus der Lüftungsanlage in den Raum vermieden werden, im Allgemeinen eine gute Raumluftqualit?t vorhanden ist und Sch?den sowie frühes Altern der Anlage verhindert werden.

33

EN 13779:2004 (D)

Folgende Ma?nahmen sollten getroffen werden:
 

Erstellung und Benutzung eines Pflichtenheftes für Betrieb und Wartung; ?berwachung des Energieverbrauchs durch eine Energiebuchhaltung oder eine andere Art von Aufzeichnung.

Das Pflichtenheft muss eine Beschreibung der Regelungsart sowie Ma?nahmen zur Wartung und Instandhaltung, einschlie?lich Zeitabst?nde und Zust?ndigkeiten, enthalten. Die Anlage muss so ausgelegt sein, dass gründliche Wartung und Instandhaltung m?glich sind, damit ein effektiver Betrieb gesichert ist. Die Dokumentation des Energieverbrauchs muss eine regelm??ige ?berprüfung des Energieverbrauchs wichtiger einzelner Anlagenteile und des gesamten Geb?udes erm?glichen. Deshalb ist es erforderlich, einen Plan für die notwendigen Messungen in einem frühen Projektstadium festzulegen sowie die notwendigen Messeinrichtungen zu installieren. Bei ?nderungen der Nutzung oder der Anforderungen sollten immer entsprechende Anpassungen der Anlage erfolgen.

34

EN 13779:2004 (D)

Anhang A (informativ) Richtlinien für fachgerechte Verfahrensweisen

A.1 Anwendungsbereich
Die folgenden Richtlinien sind für Lüftungs- und Klimaanlagen in Geb?uden, in denen sich Personen aufhalten, festgelegt. Bei Anwendung der angegebenen Grunds?tze in anderen Bereichen sollten besondere Erfordernisse in ausreichendem Ma?e berücksichtigt werden.

A.2 Anforderungen an Au?enluftfassungen und Fortluft?ffnungen
A.2.1 Allgemeines
Im Hinblick auf Druckverlust und Energiebedarf sollte das Luftleitungssystem so kurz wie m?glich sein. Gleichzeitig müssen jedoch folgende Anforderungen erfüllt werden.
 

Die Au?enluftfassung muss so angebracht sein, dass die angesaugte Au?enluft m?glichst sauber, trocken (frei von Regen usw.) und im Sommer kühl ist; die Fortluft muss so ins Freie abgeführt werden, dass Gesundheitsrisiken oder sch?dliche Auswirkungen auf das Geb?ude, die sich darin aufhaltenden Personen oder die Umwelt so gering wie m?glich bleiben.

Die Anordnung der Au?enluft- und Fortluft?ffnungen muss sich au?erdem nach den Vorschriften und Richtlinien bezüglich Brandschutz und Akustik richten.

A.2.2 Anforderungen an die Au?enluftfassungen


Der Abstand zwischen einer Au?enluftfassung und einer Abfallsammelstelle, einem h?ufig genutzten Parkplatz für drei oder mehr Fahrzeuge, Fahrwegen, Ladebereichen, Kanalentlüftungs?ffnungen, Schornsteinen und ?hnlichen Verunreinigungsquellen sollte nicht kleiner als 8 m sein; auf die Lage und Form von Au?enluftfassungen in der N?he von Verdunstungs-Kühlanlagen sollte besonders geachtet werden, damit die Gefahr einer ?bertragung von Verunreinigungen in die Zuluft minimiert werden kann. In den Hauptwindrichtungen von Verdunstungs-Kühlanlagen sollten keine Au?enluftfassungen angeordnet sein. Wichtig ist au?erdem eine gute Wartung und Instandhaltung der Kühlanlage; Au?enluftfassungen sollten nicht auf Fassaden angeordnet sein, die belebten Stra?en ausgesetzt sind. Ist dies nicht zu vermeiden, sollte sich die ?ffnung so hoch wie m?glich über dem Boden befinden; Au?enluftfassungen sollten nicht an Stellen angeordnet sein, an denen eine Rückstr?mung von Fortluft oder eine St?rung durch Verunreinigungen bzw. Geruchsemissionen zu erwarten ist (siehe auch A.2.4); Au?enluftfassungen sollten nicht direkt über dem Boden angeordnet sein. Ein Abstand von 3 m (oder mindestens die 1,5fache Dicke der h?chsten zu erwartenden Schneedecke) zwischen Unterseite der ?ffnung und dem Boden wird empfohlen; auf dem Dach des Geb?udes oder wenn die Konzentrationen auf beiden Seiten des Geb?udes ?hnlich sind, sollte die Au?enluftfassungen auf der vom Wind angestr?mten Geb?udeseite angebracht sein;



  



35

EN 13779:2004 (D)



eine Au?enluftfassung, die sich in der N?he von nicht im Schatten liegenden Bereichen, D?chern oder W?nden befindet, sollte so angeordnet oder geschützt sein, dass im Sommer die Luft durch die Sonne nicht überm??ig aufgeheizt wird; besteht die Gefahr, dass Wasser jeglicher Form (Schnee, Regen, Nebel usw.) oder Staub (einschlie?lich Bl?tter) in die Anlage eindringen, muss eine ungeschützte Au?enluftfassung für eine maximale -1 Str?mungsgeschwindigkeit in der ?ffnung von 2 m ? s bemessen sein (siehe auch EN 13030); die H?he der Unterseite einer Au?enluftfassung über einem Dach oder einer Decke sollte mindestens die 1,5fache Dicke der h?chsten j?hrlich zu erwartenden Schneedecke betragen. Diese H?he kann geringer sein, falls die Bildung einer Schneedecke z. B. durch eine Schneeabschirmung verhindert wird; die M?glichkeiten zur Reinigung sollten berücksichtigt werden.







A.2.3 Anforderungen an Fortluft?ffnungen
Die Bef?rderung von Fortluft der Kategorie FOL 1 ins Freie durch eine auf der Geb?udewand befindliche Fortluft?ffnung ist annehmbar unter folgenden Voraussetzungen:
 

der Abstand zwischen der Fortluft?ffnung und einem benachbarten Geb?ude betr?gt mindestens 8 m; der Abstand zwischen der Fortluft?ffnung und einer Au?enluftfassung in derselben Wand betr?gt mindestens 2 m (wenn m?glich, sollte die Au?enluftfassung unterhalb der Fortluft?ffnung angeordnet sein) – siehe auch A.2.4; der Fortluftvolumenstrom ist nicht gr??er als 0,5 m ? s ; die Luftgeschwindigkeit an der Fortluft?ffnung betr?gt mindestens 5 m ? s .
-1 3 -1

 

In allen anderen F?llen sollte die Fortluft über Dach geführt werden. In der Regel wird die Fortluft über das Dach des h?chsten Geb?udeteils geführt und str?mt nach oben aus. Die H?he der Unterseite einer Fortluft?ffnung über einem Dach oder einer Decke sollte mindestens die 1,5fache Dicke der h?chsten j?hrlich zu erwartenden Schneedecke betragen. Der Abstand kann geringer sein, falls die Bildung einer Schneedecke z. B. durch eine Schneeabschirmung verhindert wird. ?kologische und hygienische ?berlegungen k?nnen zu gr??eren H?hen und/oder h?heren Anforderungen im Hinblick auf die Austrittsgeschwindigkeit führen.

A.2.4 Abstand zwischen Au?enluftfassung und Fortluft?ffnung
Die Mindestabst?nde zwischen Au?enluftfassung und Fortluft?ffnung sind auf Bild A.1 angegeben. Sie h?ngen haupts?chlich von der Fortluft-Kategorie ab. Bei FOL 4 sind die Abst?nde am gr??ten und zus?tzlich abh?ngig vom Luftvolumenstrom. Bei FOL 1 bis FOL 3 sind die Abst?nde nur durch die Fortluftkategorie -1 bestimmt. Die Werte nach Bild A.1 gelten für Fortluftgeschwindigkeiten bis 6 m ? s ; bei h?heren Geschwindigkeiten k?nnen die Abst?nde kleiner sein. Auf hohen Geb?uden sollten die Au?enluftfassungen und Fortluft?ffnungen so angeordnet sein, dass die Auswirkungen von Wind und Auftrieb so gering wie m?glich gehalten werden.

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EN 13779:2004 (D)

Legende 1 vertikaler Abstand Fortluftdurchlass über dem Au?enluftdurchlass (oberes Bild) Fortluftdurchlass unter dem Au?enluftdurchlass (unteres Bild) 2 Abstand 3 Kategorie FOL 3 -1 4 Luftstrom im Fortluftdurchlass, in m ? s Bild A.1 — Mindestabst?nde zwischen Forluftdurchlass und Au?enluftdurchlass

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EN 13779:2004 (D)

BEISPIEL 1

Das vertikale Niveau der Fortluft?ffnung kann a) 4 m unterhalb, b) auf gleicher H?he oder c) 2 m über der Au?enluft?ffnung liegen. Die horizontalen Mindestabst?nde für diese Vertikaldifferenzen sind zu definieren. Die Installation versorgt eine Gro?küche 3 -1 einschlie?lich Ablufthauben, und der abzuführende Luftstrom betr?gt 3 m ? s . Die Fortluft ist von der Kategorie FOL 4; daher ergeben sich die Horizontalabst?nde unter 3 -1 Anwendung der Kurve FOL 4 auf Bild A.1 mit einem Luftstrom von 3 m ? s wie folgt: a) 4 m unterhalb der Au?enluft?ffnung, Kategorie FOL 4 mit — etwa 15 m Abstand; 3 -1 3m ?s b) gleiches Vertikalniveau — 16 m Abstand; c) 2 m oberhalb der Au?enluft?ffnung, Kategorie FOL 4 mit — etwa 11 m Abstand. 3 -1 3m ?s

BEISPIEL 2

Wie vorheriges Beispiel 1c), allerdings versorgt die Installation ein Bürogeb?ude, in dem das Rauchen nicht erlaubt ist. Die Fortluft ist von der Kategorie FOL 1, deshalb kann die Fortluft?ffnung 2 m über der Au?enluft?ffnung angeordnet sein. Der horizontale Mindestabstand ist 0.

A.3 Anwendung von Luftfiltern
Die Au?enluft sollte unter Berücksichtigung ihrer Kategorie (siehe 5.2.3) so gefiltert werden, dass die Anforderungen an die Raumluft erfüllt sind (siehe 5.2.5). Die Dimensionierung der Filterstufe sollte ein Optimierungsergebnis unter Berücksichtigung der jeweiligen Situation sein (Betriebszeit, Staubbelastung, besondere Verunreinigungsbedingungen usw.).
Tabelle A.1 — Empfohlene Filterklassen je Filterstufe (Definition der Filterklassen nach EN 779) Au?enluftqualit?t Raumluftqualit?t (siehe 5.2.5)

(siehe 5.2.3) AUL 1 (saubere Luft) AUL 2 (Staub) AUL 3 (Gase) AUL 4 (Staub und Gase) AUL 5 (sehr hohe Konzentrationen)
a

RAL 1 (spezial) RAL 2 (hoch) F9 F7/F9 F7/F9 F7/F9 a F6/GF/F9 F8 F6/F8 F8 F6/F8 a F6/GF/F9

RAL 3 (mittel) F7 F6/F7 F7 F6/F7 F6/F7

RAL 4 (niedrig) F6 G4/F6 F6 G4/F6 G4/F6

GF bedeutet Gasfilter (Aktivkohlefilter) und/oder chemisches Filter.

Ein Vorfilter am Eintritt in die Lüftungseinheit reduziert den Staub in der Au?enluft und hilft, die Lüftungseinrichtung sauber zu halten. Dadurch wird auch die Zeit bis zum notwendigen Wechsel des zweiten Filters verl?ngert; allerdings werden durch Vorfilter die Installations- und Betriebskosten der Filtrierung erh?ht. Bei nur einer Filterstufe sollte der Filter nach dem Ventilator angeordnet sein. Bei zwei oder mehr Filterstufen sollte der erste Filterabschnitt vor und der zweite nach der Luftbehandlung eingesetzt werden. Bei Filtern der Klasse F7 und h?her sollte bei variablen Luftvolumenstr?men auf die sich ver?ndernden Druckverh?ltnisse geachtet werden. Gasfilter (Aktivkohlefilter) sollten in Situationen mit Aussenluft der Kategorie AUL 5 verwendet werden. Bei den Kategorien AUL 3 und AUL 4 k?nnen sie auch eine gute L?sungsm?glichkeit sein. Gasfilter müssen im Allgemeinen mit F8- oder F9-Filtern als Nachfilter kombiniert werden. Bei Kategorie AUL 5 (hoch industrialisierte Gebiete, Flughafenn?he usw.) k?nnen manchmal Elektrofilter notwendig sein. Bei zeitweise verunreinigter Au?enluft sollten diese Filter mit Bypass ausgerüstet sein, und die Luftqualit?t sollte st?ndig überwacht werden.

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Aus hygienischen Gründen sollten Filter im ersten Filterabschnitt nicht l?nger als ein Jahr in Gebrauch sein. Filter, die in einem zweiten oder dritten Abschnitt verwendet werden, sollten nicht l?nger als zwei Jahre in Gebrauch sein. Falls sichergestellt werden kann, dass alle Filterabschnitte immer trocken bleiben, sind l?ngere Nutzungszeiten der Filter m?glich. Sowohl eine visuelle ?berprüfung als auch eine ?berwachung des Druckabfalls werden empfohlen.


Bei der Wahl der Lage und bei der Auslegung der Au?enluftfassung ist gro?e Sorgfalt erforderlich, damit keine lokalen Verunreinigungen angesaugt werden und um das Eindringen von Regen und Schnee in den Filter zu vermeiden; die Gefahr des mikrobiellen Wachstums ist gering; um das Risiko jedoch weiter zu verringern, sollte die Anlage so ausgelegt sein, dass die relative Feuchte stets unter 90 % liegt, und dass die mittlere relative Feuchte an drei aufeinander folgenden Tagen in allen Anlagenteilen, einschlie?lich des Filters, unter 80 % liegt; aus hygienischen Gründen sollte die Au?enluft in zwei Stufen gefiltert werden (zumindest für RAL 1 und RAL 2). Der erste Filter am Lufteintritt (Vorfilter) sollte der Klasse F5, jedoch vorzugsweise der Klasse F7, entsprechen. Der zweite Filter sollte mindestens zur Klasse F7, jedoch vorzugsweise zur Klasse F9, geh?ren. Bei nur einer Filterstufe gilt eine Mindestanforderung von F7; bei Umluft sollte mindestens die Filterklasse F5 angewendet werden, um so eine Verunreinigung von Anlagenbauteilen zu vermeiden. Der Umluftfilter sollte jedoch m?glichst die gleiche Qualit?t aufweisen wie der vergleichbare Filter im Hauptstrom; zum Schutz des Abluft- und Fortluftsystems ist ein Filter erforderlich, das mindestens der Klasse F5 entspricht; Abluft aus Küchen muss im ersten Schritt immer durch einen besonders für Fett geeigneten Filter gereinigt werden, der leicht ausgewechselt und gereinigt werden kann; Filter sollten nicht unmittelbar nach einem Ventilator oder an Stellen angebracht werden, an denen die Str?mungsverteilung über den Querschnitt nicht gleichm??ig ist; der endgültige Druckabfall wird im Hinblick auf zul?ssige Schwankungen des Luftstromes, die Kosten w?hrend der Lebensdauer des Filters und die Bewertung der Lebensdauer berechnet und gew?hlt. Da in Laborversuchen grobk?rniger künstlicher Staub verwendet wird, unterscheidet sich die Filterleistung im tats?chlichen Betriebszustand von den Laborversuchen im Hinblick auf die Wirksamkeit, das Staubrückhalteverm?gen und weitere Versuchsergebnisse. Die Abscheideleistung darf nicht unter festgelegte Werte fallen; Filter sollten ausgewechselt werden, wenn der Druckverlust den festgelegten endgültigen Wert erreicht hat oder wenn folgende hinsichtlich der Hygiene einzuhaltenden Bedingungen erreicht wurden, falls dies früher zutrifft:
 der Filter in der ersten Filterstufe sollte nach 2 000 Betriebsstunden oder nach maximal einem Jahr ersetzt werden;  der Filter in der zweiten Filterstufe und Filter in Fortluft- oder Umluftsystemen sollten nach 4 000 Betriebsstunden oder nach maximal zwei Jahren ersetzt werden;







   





Auswechseln von Filtern: Aus hygienischen Gründen sollten Filter nach der Pollen- und Sporensaison im Herbst ausgewechselt werden. Bei strengen Anforderungen k?nnen Filter auch im Frühjahr nach der Heizperiode ausgewechselt werden, um eine Geruchsbildung von Verbrennungsprodukten zu vermeiden; um das Freisetzen von Verunreinigungen zu vermeiden, sollten Filter vorsichtig und mit Hilfe einer Schutzausrüstung ausgewechselt werden; Entsorgung: Filter k?nnen in ?fen, die mit angemesser Abluftreinigung ausgestattet sind, verbrannt werden, um eingeschlossene Verunreinigungen zu verbrennen, Abfall zu reduzieren und Energie rückzugewinnen. Filter aus normalen Lüftungsanlagen dürfen auch auf einer Deponie entsorgt werden.

 

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W?rmerückgewinnungsanlagen sollten immer durch einen Filter der Klasse F6 oder h?her geschützt sein. Rotierende W?rmerückgewinnungseinheiten sollten mit Reinigungsabschnitten ausgerüstet sein. Undichtheiten in einem Filterabschnitt führen zu einer bedeutenden Abnahme der Filterwirksamkeit. Daher ist es wichtig, die in EN 1886 enthaltenen Anforderungen an die Dichtheit und Bypass-Undichtheiten einzuhalten.

A.4 W?rmerückgewinnung
Wenn eine Erw?rmung der Zuluft erforderlich ist, sollte untersucht werden, ob eine W?rmerückgewinnungsanlage zu installieren ist. Ausnahmen sind F?lle, in denen hohe Abw?rme erzeugt wird, oder besondere F?lle, in denen die Installation einer W?rmerückgewinnungsanlage unwirtschaftlich w?re, wie z. B. bei sehr kurzen Betriebszeiten oder bei bestehenden Anlagen mit begrenztem Raum. Folgende Punkte sind bei Luft-Luft W?rmerückgewinnungsanlagen zu beachten:
   

Arten und Dichtheitsprüfungen von W?rmerückgewinnungseinheiten sind in EN 308 enthalten; Abluft der Kategorie ABL 1 darf als Umluft verwendet werden. Dennoch sollten die Undichtheiten bekannt sein, um den erforderlichen Au?enluftstrom in die R?ume sicherzustellen; wenn die Abluft der Kategorie ABL 2 angeh?rt, die sich als Umluft nicht eignet, ist auf der Zuluftseite der W?rmerückgewinnungseinheit ?berdruck erforderlich. Dies ist auf Bild A.2 verdeutlicht; wenn eine Luft-Luft-W?rmerückgewinnung für Abluft der Kategorie ABL 3 verwendet wird, ist überall auf der Zuluftseite ?berdruck gegenüber der Abluftseite erforderlich. Dies sollte unter allen Betriebsbedingungen der Anlage gesichert sein. Wenn durch die W?rmerückgewinnungseinheit Gerüche oder Verunreinigungen übertragen werden k?nnen (z. B. bei Feuchteübertragung), darf der Abluftanteil, der der Kategorie ABL 3 angeh?rt, nicht gr??er als 5 % sein. Auf die innere Dichtheit des W?rmetauschers sollte besonders geachtet werden; bei Abluft der Kategorie ABL 4 sollte eine Luft-Luft-W?rmerückgewinnung im Allgemeinen vermieden werden; hier sollten Systeme mit einem Zwischenmedium angewendet werden.



Legende 1 Fortluft 2 W?rmerückgewinnungseinheit 3 Abluft 4 Au?enluft 5 Zuluft 6 Druck Bild A.2 — Druckbedingungen in der Anlage

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A.5 Führung der Abluft
Luftverunreinigungen dürfen sich nicht über die Luftleitungen oder die Lüftung im Geb?ude ausbreiten. Luftleitungen sollten nach ENV 12097 ausgelegt und instand gehalten werden. Luft der verschiedenen Abluft-Kategorien kann nach folgenden Anforderungen aus dem Geb?ude geführt werden: Kategorie ABL 1: Kategorie ABL 2: Kategorie ABL 3: Die Abluft kann in einer gemeinsamen Leitung gesammelt werden. Die Abluft kann in einer gemeinsamen Leitung gesammelt werden. Die Abluft wird im Allgemeinen durch einzelne Leitungen oder durch gemeinsame Leitungen aus verschiedenen R?umen derselben Kategorie ins Freie oder in eine Sammelleitung bzw. eine Abluftkammer geführt. Die Abluft wird über separate Abluftleitungen ins Freie geführt.

Kategorie ABL 4:

Falls sich in einer gemeinsamen Leitung Luft verschiedener Abluftkategorien befindet, wird die Abluft in der Leitung nach der Kategorie für den h?chsten Verunreinigungsgrad klassiert, wenn der relative Anteil dieser Abluft 10 % der gesamten Abluft übersteigt.

A.6 Wiederverwendung der Abluft und Verwendung von ?berstr?mluft
Die Wiederverwendung der Abluft ist von der jeweiligen Situation abh?ngig. Im Interesse eines geringen Energieverbrauchs sollte der Zuluftvolumenstrom normalerweise so niedrig wie m?glich gehalten werden; unerwünschte Emissionen (z. B. W?rme, Verunreinigungen und Feuchte) sollten durch Ma?nahmen an der Quelle oder direkt über ein geschlossenes System beseitigt werden. In diesem Fall und in den meisten F?llen, in denen eine gute Raumluftqualit?t erforderlich ist, sollte keine Umluft verwendet werden. Wenn ein Raum vor der Nutzung mit Hilfe einer Lüftungsanlage aufgeheizt oder abgekühlt wird, so sollte haupts?chlich Umluft verwendet werden. Auf der Grundlage der Klassierung von Fortluft und Abluft nach 5.2.2 wird auf die in Tabelle A.2 angegebenen Verwendungen hingewiesen.
Tabelle A.2 — Wiederverwendung der Abluft und Verwendung von ?berstr?mluft Kategorie
a

Bemerkung zur m?glichen Wiederverwendung der Luft

ABL 1 ABL 2 ABL 3 ABL 4
b

geeignet als Umluft und ?berstr?mluft nicht geeignet als Umluft, kann jedoch als ?berstr?mluft in Toiletten, Waschr?umen, Garagen und ?hnlichen Bereichen verwendet werden nicht als Umluft oder ?berstr?mluft geeignet nicht als Umluft oder ?berstr?mluft geeignet

Siehe Tabelle 3.

Die Verwendung von Umluft im selben Bereich ist bei Kategorie ABL 1 uneingeschr?nkt zul?ssig; bei Kategorie ABL 2 ist die Verwendung von Umluft im selben Bereich unter der Voraussetzung zul?ssig, dass die Umluft überwacht wird.

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ANMERKUNG Wenn keine Wiederverwendung von Abluft zul?ssig ist, muss durch die Auslegung auch sichergestellt sein, dass keine unbeabsichtigte Umluft vorhanden ist. Es ist besonders darauf zu achten, dass alle W?rmerückgewinnungsanlagen luftdicht sind.

A.7 W?rmed?mmung der Anlage
S?mtliche Luftleitungen, Rohre und Komponenten, bei denen eine gr??ere Temperaturdifferenz zwischen Medium und Umgebung auftritt, sollten gegen W?rmübertragung ged?mmt sein. Die Art und Konstruktion der W?rmed?mmung muss folgende Anforderungen erfüllen:
   

keine Kondensation innerhalb der Konstruktion und auf der Oberfl?che; Schutz der W?rmed?mmung vor Besch?digungen; die Reinigung der Luftleitungen muss auch mit der W?rmed?mmung gut m?glich sein; m?glichst geringe Belastung der Umwelt bei der Herstellung, Montage und Entsorgung.

Bei Luftleitungen für Au?enluft, Umluft und Zuluft dürfen keine Innend?mmungen verwendet werden.

A.8 Luftdichtheit der Anlage
A.8.1 Allgemeines
Die Klassierung und die Prüfung der Dichtheit von runden Luftleitungen sind in EN 12237 angegeben. Diese Klassierung gilt auch für andere Bauteile sowie für die gesamte Anlage. Die Anforderungen an die Dichtheit von Luftbehandlungsger?ten, einschlie?lich Bypass-Undichtheit von Filtern sowie deren Prüfung, sind in EN 1886 enthalten. Die Dichtheitsklasse sollte so gew?hlt werden, dass weder die Infiltration in eine bei Unterdruck betriebene Installation noch die Exfiltration aus einer bei ?berdruck betriebenen Installation einen festgelegten Anteil des Luftvolumenstromes für die gesamte Anlage unter Betriebsbedingungen übersteigt. Um überm??ige Energieverluste zu vermeiden und die vorgesehene Luftverteilung zu sichern, sollte dieser Anteil geringer als 6 % sein. Die vereinbarten Luftvolumenstr?me (z. B. der Au?enluftvolumenstrom je Person) müssen im Aufenthaltsbereich immer eingehalten werden. Undichtheiten im Luftleitungssystem und in der Luftbehandlungseinheit müssen bei der Auslegung des Luftvolumentromes der Ventilatoren berücksichtigt werden.

A.8.2 Wahl der Dichtheitsklasse
Die Mindestdichtigkeitsklasse, wird nach den folgenden Grunds?tzen gew?hlt. Dennoch ist eine h?here Klasse notwendig, wenn die Gesamtfl?che der Umhüllung, bezogen auf den Gesamtvolumenstrom, au?ergew?hnlich gro? ist, die Druckdifferenz au?ergew?hnlich hoch ist oder wenn au?ergew?hnliche Probleme auf Grund von Undichtheit entstehen; derartige Probleme ergeben sich aus der geforderten Luftqualit?t, einer m?glichen Kondensationsgefahr oder anderen Gründen. Die Undichtheit von geschlossenen Luftbehandlungsger?ten sowie von Ger?ter?umen und Kammern für Ventilatoren und andere Einrichtungen sollte die Anforderungen nach Klasse A auf Bild A.3 erfüllen. Klasse A ist auch geeignet für sichtbare Leitungen in den versorgten R?umen und wenn die die auf den Raum bezogene Druckdifferenz nicht h?her als 150 Pa ist. Klasse B ist geeignet für Leitungen au?erhalb des belüfteten Raumes, Leitungen, die vom Raum durch Verkleidungen getrennt sind, sowie Leitungen innerhalb des belüfteten Raumes, wenn die auf den Raum bezogene Druckdifferenz h?her als 150 Pa ist. Klasse B ist das Minimum für alle Fortluftleitungen, die – Ger?ter?ume ausgenommen – einem ?berdruck innerhalb des Geb?udes ausgesetzt sind.

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Klasse C wird von Fall zu Fall angewendet, z. B. wenn die Druckdifferenz durch die Umhüllung der Leitung au?ergew?hnlich hoch ist oder falls Undichtheiten die Raumluftqualit?t, die Regelung der Druckverh?ltnisse oder die Funktionsf?higkeit der Anlage beeintr?chtigen k?nnten. Klasse D wird in besonderen F?llen angewendet. In ?bereinstimmung mit EN 12237 ist die maximale spezifische Undichtheit f unter Versuchsbedingungen gegeben durch: Klasse A: Klasse B: Klasse C: Klasse D:
f = 0,027 ? p f = 0,009 ? p f = 0,003 ? p f = 0,001 ? p
-1 0,65 0,65 0,65 0,65 -2

f = spezifische Undichtheit in l ? s ? m p = statischer Druck in Pa

Diese Beziehungen sind in Bild A.3 dargestellt.

Legende -1 2 1 spezifische Undichtheit in l ? s ? m 2 Prüfdruck in Pa Bild A.3 — Dichtheitsklassen (siehe prEN 1507 und EN 12237)

A.8.3 Dichtheitsprüfung
Die Prüfungen sollten im Planungsstadium definiert werden. Prüfungen sollten in jenem Stadium der Ausführung durchgeführt werden, in dem die gesamte Dichtheit geprüft werden kann und erforderliche Reparaturen leicht vorgenommen werden k?nnen. Das zu prüfende Luftleitungssystem sollte so vollst?ndig wie m?glich sein, d. h. es sollten s?mtliche Bauteile des Luftleitungssystems eingebaut und die Luftbehandlungseinheiten sowie weitere Ausrüstungsteile am Luftleitungssystem angeschlossen sein. Vor jeder Messung sollte eine visuelle ?berprüfung vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass die Anlage richtig installiert wurde und kein offensichtlicher Schaden vorliegt. Teile der Anlage, die unterschiedlichen Dichtheitsanforderungen unterliegen, sollten getrennt geprüft werden, indem die Auslegungsdruckdifferenz als Prüfdruck angesetzt wird. Bei gemeinsamer Prüfung dieser Anlagenteile sollte bei der Bestimmung des Prüfdruckes die strengste Klasse angesetzt werden; das Prüfergebnis sollte jedoch mit der Summe der zul?ssigen Undichtheiten der verschiedenen Teile bei der gemeinsamen Prüfung verglichen werden.

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A.9 Dichtheit des Geb?udes
Die Dichtheit des Geb?udes muss der vorgesehenen Nutzung und Art der installierten Lüftungsanlage angepasst sein. Geb?ude mit Be- und Entlüftungsanlagen (Zu- und Abluft) sollten mit einem nL50-Wert unter -1 -1 1,0 h bei hohen Geb?uden (h?her als 3 Stockwerke) und unter 2,0 h bei niedrigen Geb?uden so dicht wie m?glich sein. Gr??ere einzelne Undichtheiten in der Baukonstruktion sollten verhindert werden, um Probleme infolge von Zugluft zu vermeiden. In F?llen, in denen die Ausbreitung von Verunreinigungen eingeschr?nkt werden muss, sollten z. B. Innenw?nde und Geschossdecken ebenfalls dicht sein. Das Verfahren zur Messung von nL50-Werten ist in ISO 9972 und EN 13829 angegeben. Die vorgenannten Werte beschreiben die Gesamtdichtheit der Baukonstruktion. Dementsprechend sollten w?hrend derartiger Messungen alle Fenster, Türen und beabsichtigte ?ffnungen sowie die Zuluft- und Abluft?ffnungen geschlossen sein.

A.10 Druckbedingungen innerhalb der Anlage und des Geb?udes
A.10.1 Allgemeines
Die relativen Drücke im Geb?ude, in den verschiedenen R?umen und in der Lüftungsanlage sollten so ausgelegt sein, dass eine Ausbreitung von Gerüchen und Verunreinigungen in sch?dlichen Mengen oder Konzentrationen verhindert werden kann. Gr??ere ?nderungen der Druckverh?ltnisse auf Grund von Wetter?nderungen sind nicht zul?ssig. Die Dichtheit von Geb?udehülle, Stockwerken und Trennw?nden, die Auswirkungen auf die Druckbedingungen hat, sollte im Planungsstadium untersucht und definiert werden; dabei sollten sowohl die Temperatur als auch die Windbedingungen berücksichtigt werden. Durch Entrauchungsanlagen verursachte Druckdifferenzen sind nicht in dieser Norm behandelt.

A.10.2 Geb?ude
Wenn keine besonderen Anforderungen oder Emissionen vorliegen, sollten Lüftungsanlagen für neutrale Druckverh?ltnisse im Geb?ude ausgelegt sein. Ein leichter Unterdruck im Vergleich zum Freien kann, vor allem bei rauen klimatischen Bedingungen, zum Vermeiden von Bausch?den durch Feuchtigkeit hilfreich sein; dieser Unterdruck im Raum sollte jedoch 20 Pa nicht überschreiten. In Gebieten wo mit hoher Au?enluftverunreinigung gerechnet werden muss (Kategorien AUL 2 bis AUL 5) oder wenn Unterdruck eine Zunahme der Radon-Konzentration verursachen kann, sollten der Unterdruck im Raum minimiert werden. Als Alternative kann das Geb?ude für einen leichten ?berdruck ausgelegt werden. (Bei rauen klimatischen Verh?ltnissen muss dabei sichergestellt sein, dass innerer ?berdruck keine Bausch?den auf Grund von Feuchtigkeit verursacht.) Bestimmte R?ume (auch Geb?ude, in denen sich Menschen aufhalten) sollten für einen ?berdruck im Vergleich zum Freien oder zu benachbarten Bereichen ausgelegt werden. Derartige R?ume sind z. B. Reinr?ume oder R?ume mit empfindlichen elektronischen Ger?ten. Die Druckverh?ltnisse sollten in R?umen, in denen starke Emissionen von Verunreinigungen entstehen, kontinuierlich überwacht werden. Die Luftdrücke in Treppenh?usern, Fluren und anderen Durchg?ngen sollten so ausgelegt sein, dass keine Luftstr?mung von einem Raum zu einem anderen oder von einer Wohnung zu einer anderen stattfinden kann.

A.10.3 Innenr?ume
Die relativen Drücke in R?umen im Inneren eines Geb?udes sollten so festgelegt sein, dass die Luft von den reineren R?umen in die R?ume str?mt, in denen mehr Verunreinigungen freigesetzt werden.

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A.10.4 Zonierung der Anlagen
Es ist nicht zul?ssig, dass sich im Geb?ude Verunreinigungen über die Luftleitungen oder die Lüftungsanlage ausbreiten. Unterschiedliche Lüftungsanlagen sollten nicht innerhalb eines Bereiches des Geb?udes so miteinander verbunden werden, dass die Druckverh?ltnisse innerhalb dieses Bereiches unter bestimmten Betriebsbedingungen nicht mehr kontrollierbar sind. Hochh?user müssen in vertikale Lüftungsabschnitte unterteilt sein. Der vertikale Abstand (D) zwischen der untersten und der obersten Aussenluftfassung im selben Bereich sollte nicht gr??er sein als
Dmax = 600 T r T o, min

(A.1)

Dabei ist
Dmax

der vertikale Abstand, in m; die Raumlufttemperatur, in °C; die Auslegungs-Au?enlufttemperatur unter Winter-Bedingungen, in °C.

Tr To,min
BEISPIEL

Wenn die Raumlufttemperatur 21 °C und die Auslegungs-Au?enlufttemperatur 14 °C betr?gt, sollte der vertikale Abstand zwischen der untersten und der obersten Einlass?ffnung 17 m nicht überschreiten.

Alternativ kann die Anlage mit Klappen für konstante Str?mung oder ?hnlichen Einrichtungen, die die Schachtwirkung ausgleichen, ausgestattet werden.

A.10.5 Druckverh?ltnisse in Komponenten und Anlagen
Der Druckabfall für Filter und Filterstufen, Klappen und Mischbereiche in Luftbehandlungseinheiten sollte nach EN 13053 festgelegt werden. Zu W?rmerückgewinnungsanlagen siehe A.4. Bei Anlagen mit variablem Luftstrom werden zus?tzliche Anforderungen festgelegt für:
 

die maximale Schwankung der Druckdifferenz und das Verh?ltnis des Fortluft- zum Zuluftstrom; Drucküberwachung.

Der Einfluss der Druckdifferenz-Schwankungen auf die Luftstr?me auf Grund von Verschmutzungen oder unterschiedlichen Klappenstellungen in Klappen oder Mischkammpern sollte ermittelt oder abgesch?tzt werden. Gr??ere Schwankungen auf Grund von Ver?nderungen der Druckabf?lle in der Einheit und der Anlage sind sowohl bei den Luftstr?men (in der Regel nicht mehr als r10 % des gesamten Zuluft- oder Fortluftvolumenstroms) als auch bei den Druckverh?ltnissen im Geb?ude nicht zul?ssig.

A.10.6 Luftleitungssystem
Die Abluftleitungen im Geb?ude (mit Ausnahme der Forluftleitungen nach dem Ventilator) sind in der Regel für Unterdruck ausgelegt.

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Abluft der Kategorien ABL 1 und ABL 2 kann in der Leitung jedoch einen ?berdruck unter der Voraussetzung haben, dass die Dichtheit der Leitungen die Klasse C nach EN 12237 aufweist und keine Zuluftleitungen im selben Schacht mit Unterdruck betrieben werden. Abluft der Kategorien ABL 3 oder ABL 4 sollte innerhalb des Aufenthaltsbereiches im Geb?ude nicht unter ?berdruck geführt werden. Die einzige Ausnahme ist Abluft von Wohnungsküchen (mit Dunstabzugsventilator) und B?dern (mit Ventilator) unter der Voraussetzung, dass die Luft nicht unter ?berdruck durch andere Bereiche (Wohnung, Stockwerk) geführt wird. Die Abluftleitungen maschineller Lüftungsanlagen mit einem Querschnitt gr??er als 0,06 m? sollten mit Einrichtungen versehen sein, die automatisch schlie?en, wenn die Lüftung abgestellt wird; damit soll eine Rückstr?mung oder eine unkontrollierte Lüftung verhindert werden.

A.11 Nach Bedarf geregelte Lüftung
Die praktische Erfahrung zeigt, dass mit einem bedarfsgerechten Betrieb der Energieverbrauch einer Lüftungsanlage oft wesentlich reduziert werden kann. Am einfachsten kann dies durch einen Betrieb der Lüftung nur bei Belegung erreicht werden. Dies l?sst sich durch folgende Mittel erreichen:
    

Handschalter; Kombination mit Lichtschalter; Schaltuhr (Tag, Woche oder volles Jahr); Endschalter am Fenster; Infrarotsensor.

Bei wechselndem Bedarf kann die Lüftungsanlage so betrieben werden, dass bestimmte Kriterien im Raum erfüllt werden. In R?umen, die von Personen genutzt werden, k?nnen folgende Sensoren angewendet werden:
   

Bewegungssensoren; Z?hlsensoren; CO2-Sensoren (werden haupts?chlich in R?umen mit Rauchverbot verwendet); Mischgas-Sensoren (werden auch in R?umen mit Raucherlaubnis verwendet).

In R?umen mit bekannten Emissionen kann die Konzentration der wichtigsten Verunreinigung als Eingangssignal verwendet werden (z. B. CO-Konzentration in Garagen). Die Lüftungsanlage und ihre Regelung sollten entsprechend angepasst werden, wenn die Nutzung eines Raumes ver?ndert wird.

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A.12 Niedriger Leistungsverbrauch
A.12.1 Spezifische Ventilatorleistung
Die spezifische Ventilatorleistung SFP ist abh?ngig vom Druckverlust, dem Wirkungsgrad des Ventilators und der Motorauslegung. Auf der Grundlage der Klassierung nach Tabelle 17 enth?lt Tabelle A.3 Beispiele für die SFP bei üblichen Anwendungen.
Tabelle A.3 — Beispiele für die SFP-Kategorie Anwendung SFP-Kategorie für jeden Ventilator ?blicher Bereich Standardwert

Zuluft-Ventilator — komplexe Klimaanlage — einfache Lüftungsanlage Abluft-Ventilator — komplexe Klimaanlage — einfache Lüftungsanlage — einfache Abluftanlage SFP 1 bis SFP 4 SFP 1 bis SFP 3 SFP 1 bis SFP 3 SFP 3 SFP 2 SFP 2 SFP 1 bis SFP 5 SFP 1 bis SFP 4 SFP 3 SFP 2

A.12.2 Druckverlust
Für einen geringen Leistungs- und Energiebedarf sollten die Druckverluste m?glichst klein sein. Zu beachten ist, dass sich die Druckverluste, z. B. auf Grund von Staubansammlung, ver?ndern k?nnen und dass dies den Druckausgleich der Anlage beeintr?chtigen kann. In den Tabellen A.4 und A.5 sind Beispiele typischer Druckverluste angegeben. Wenn ein Bauteil mit einem h?heren Druckverlust gew?hlt wird, kann die angestrebte Gesamtkategorie durch niedrigere Druckverluste anderer Bauteile erreicht werden.
Tabelle A.4 — Beispiele für Druckverluste von Bauteilen in Zuluftanlagen Bauteil Druckabfall in Pa Normal Hoch

Niedrig

Luftleitungssystem Heizregister Kühlregister W?rmerückgewinnungseinheit Befeuchter a Luftfilter je Filterstufe Schalld?mpfer Luftdurchlass Lufteinlass und -auslass
a

100 40 60 100 20 100 30 30 20

200 80 100 150 40 150 50 50 50

300 120 140 200 60 250 80 100 70

Endgültiger Druckverlust vor Ersatz.

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Tabelle A.5 — Beispiele für Druckverluste von Bauteilen in Abluftanlagen Bauteil Druckabfall in Pa Niedrig Normal Hoch

Luftleitungssystem mit Luftdurchlass W?rmerückgewinnungseinheit a Luftfilter je Filterstufe Schalld?mpfer Lufteinlass und -auslass
a

100 100 100 30 20

200 150 150 50 40

300 200 250 80 60

Endgültiger Druckverlust vor Ersatz.

A.13 R?umliche Anforderungen an Bauteile und Anlagen
A.13.1 Allgemeines
Die Anlage sollte so angeordnet, ausgelegt und installiert sein, dass Reinigung, Instandhaltung und Reparaturarbeiten erleichtert werden. Zum Zwecke von Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten sollte ausreichend Raum im Umfeld der Ausrüstungsteile vorhanden sein. Die Mindestma?e dieses Raumes sollten den entsprechenden Ma?en der betroffenen Ausrüstung oder Baugruppe entsprechen. Der Raum sollte für Ausbau und Reparaturen ausreichend gro? sein, und der Weg für den Transport von Ersatzteilen sollte festgelegt und gekennzeichnet sein. Die Werte nach A.13.1 bis A.13.5 geben eine erste Information über die r?umlichen Anforderungen. Weder Ausrüstungsteile, die instand gehalten werden müssen, noch Wartungs?ffnungen sollten an schwer zug?nglichen Stellen angeordnet sein. Bei abgeh?ngten Decken sollte in der N?he derartiger Ausrüstungsteile in der Decke ein leicht und ohne Werkzeug zu ?ffnender Zugang von mindestens 500 mm u 500 mm Gr??e angeordnet sein. Luftbehandlungsger?te und Maschinenr?ume sollten für das Wartungs- und Instandhaltungspersonal zug?nglich sein (einschlie?lich aller erforderlichen Transportwege für Material und Ersatzteile), ohne dass ein Betreten von Aufenthaltsbereichen notwendig wird. Die Bilder zu den r?umlichen Anforderungen nach A.13.2 und A.13.3 sollten als Richtlinien für typische F?lle betrachtet werden. Je nach aktueller Lage kann mehr oder weniger Raum erforderlich sein. In allen F?llen sollten die geltenden r?umlichen Anforderungen an Bauteile und Anlagen im Planungsstadium von Lüftungsund Klimaanlagen und unter Berücksichtigung des für Reinigung, Instandhaltung und Austausch der Bauteile der Anlage erforderlichen Raumes festgelegt werden. W?nde von Installationsr?umen und Sch?chten sollten m?glichst nicht Teil der Tragkonstruktion des Geb?udes sein.

A.13.2 Raumbedarf von Luftaufbereitungszentralen
Um leistungsf?hige und leicht zu wartende Lüftungs- und Klimaanlagen zu erm?glichen, sollten die auf Bild A.4 angegebenen Anforderungen an Installationsr?ume erfüllt sein.

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Legende 1 Zuluftzentrale (oberes Bild) nur Zuluftzentrale (unteres Bild) 2 Abluftzentrale (oberes Bild) nur Abluftzentrale (unteres Bild) 3 Zu- und Abluftzentrale (oberes Bild) 4 Lichte Raumh?he, in m 2 5 Bodenfl?che, in m 3 -1 6 Zuluft- oder Abluftvolumenstrom, in m ? h Bild A.4 — Raumh?he und Bodenfl?che für Luftaufbereitungszentralen

Die angegebenen Bilder gelten für Systeme mit nur einer Zuluft- und einer Ablufteinheit. Bei einer Aufteilung in mehrere kleinere Einheiten und bei regenerativer W?rmerückgewinnung kann eine gr??ere Bodenfl?che erforderlich sein. Bei der Planung von Lüftungs- und Klimaanlagen ist es wichtig, nicht nur die Gr??e dieser Bereiche zu definieren, sondern auch ihre Anordnung, die Anordnung des Luftleitungssystems innerhalb der gesamten Anlage, die Transportwege für Ausrüstungs- und Ersatzteile und die Zug?nglichkeit für Durchsicht und Reparaturen. Die auf Bild A.5 dargestellten Grunds?tze sollten befolgt werden.

Legende 1 b = 0,4 ? H?he der Einheit, jedoch mindestens 0,5 m 2 Wartungsbereich

Bild A.5 — Anordnung von Luftbehandlungsger?ten (Grundriss)

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A.13.3 Raumbedarf von K?lte- und Wasserverteilzentralen
Der Raumbedarf von K?lte- und Wasserverteilzentralen ist in Bild A.6 dargestellt.

Legende 1 K?ltezentrale einschlie?lich Wasserverteilung 2 Rückkühlung 3 K?lteleistung, in kW 4 Lichte Raumh?he, in m 5 Bodenfl?che, in m? Bild A.6 — Raumh?he und Bodenfl?che für K?lte- und Wasserverteilzentralen

Die angegebenen Bereiche gelten für die Kühlanlage, die Kaltwasserpumpen und das Kaltwasser- Verteilungssystem. Die r?umliche Anforderung an die Pumpen und die Verteilungssysteme für die Heizung ist nicht enthalten.

A.13.4 Schachtquerschnitte
Empfohlene Querschnitte für Sch?chte sind auf Bild A.7 angegeben.

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Legende 1 Sch?chte für Luftleitungen 2 Sch?chte für den direkten Lufttransport 2 3 Querschnitt, in m 3 -1 4 Luftvolumenstrom, in m ? h Bild A.7 — Schachtquerschnitte

Bei Sch?chten, die Luftleitungen enthalten, kann der untere Wert angewendet werden, wenn der Querschnitt fast quadratisch ist und keine Teilung in mehrere Leitungen gefordert wird. In anderen F?llen ist der obere Wert besser geeignet. Die angegebenen Zahlen sind Gesamtfl?chen für die Luftführung. Bei Sch?chten, die direkt für den Lufttransport verwendet werden, wird der Querschnitt nur zur Luftführung verwendet. Die Luftleitungsverbindungen im Schacht zum Luftleitungssystem in den Stockwerken sollten berücksichtigt werden. Lüftungssch?chte sollten nicht zwischen Fahrstuhlsch?chten angeordnet sein.

A.13.5 Raumbedarf in Doppeldecken
Bei abgeh?ngten Decken, die Zu- und Abluftleitungssysteme enthalten, sollte der freie Raum über der Zwischendecke im Allgemeinen 0,4 m bis 0,5 m und in engen Bereichen mindestens 0,25 m bis 0,30 m betragen. Der Zugang zu den Reinigungs?ffnungen der Leitungen sollte ungehindert erfolgen k?nnen.

A.13.6 Fensterbrüstungen
Für Anlageteile bzw. Komponenten in Fensterbrüstungen betr?gt die erforderliche Tiefe etwa 0,20 m bis 0,40 m.

A.14 Hygienische und technische Gesichtspunkte bezüglich Installation und Instandhaltung
Alle in Lüftungs- und Klimaanlagen eingebauten Bauteile müssen für den vorgesehenen Verwendungszweck geeignet sein, d. h. sie müssen korrosionsbest?ndig, leicht zu reinigen, zug?nglich und hygienisch einwandfrei sein. Weiterhin dürfen sie das Wachstum von Mikroorganismen nicht begünstigen.

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Die Grundanforderungen zur Erleichterung von Instandhaltungsarbeiten bei Luftleitungsbauteilen sind in ENV 12097 angegeben. Die allgemeinen hygienischen Anforderungen nach ENV 12097 gelten für alle Luftleitungen, Luftleitungsbauteile und Ausrüstungsbauteile von Lüftungsanlagen. Das Luftleitungssystem muss so ausgelegt und eingebaut sein, dass es w?hrend der Lebensdauer der Anlage diese Anforderungen erfüllt. Alle Bauteile müssen so eingebaut sein, dass sie gereinigt werden k?nnen. Sie müssen so angeordnet sein, dass sie zur Wartung und Reinigung des Luftleitungssystems ausgebaut werden k?nnen. Wenn dies nicht m?glich ist, sollten Wartungs?ffnungen nach ENV 12097 entgegen der und/oder in Str?mungsrichtung auf der einen oder auf beiden Seiten des Bauteils vorgesehen sein. Die Kategorie der Abluft kann die Zutrittsh?ufigkeit zu Decken und Türen, das Reinigungsverfahren sowie die Reinigungsintervalle beeinflussen. Um gute Zugangsm?glichkeiten für Reinigung und Wartung zu schaffen, sollten die ?ffnungen bei Luftleitungen in der N?he von B?gen angeordnet sein; bei geraden Luftleitungen sollten die ?ffnungen nicht mehr als 10 m auseinander liegen. Bei Abluft der Kategorie ABL 4 sollte dieser Abstand, je nach Art der Verunreinigungen in der Abluft, nicht gr??er als 3 m bis 5 m sein. Die Mindestma?e der ?ffnungen sind in Abschnitt 4 von ENV 12097 angegeben. Wenn das Reinigungsverfahren kleinere ?ffnungen oder gr??ere Abst?nde zwischen den ?ffnungen zul?sst, sind diese Ma?e und Abst?nde unter der Voraussetzung annehmbar, dass in der Dokumentation und Kennzeichnung der ?ffnungen das Reinigungsverfahren mit seinen besonderen Anforderungen an die ?ffnungsgr??en klar angegeben ist. Bauteile, die in Luftleitungen eingebaut sind, müssen nach prEN 12097 zug?nglich sein. Bei abgeh?ngten Decken sollte A.13.5 beachtet werden. Das obere und das untere Ende von vertikalen Luftleitungen sollte mit ?ffnungen versehen sein, die sich in frei zug?nglichen Bereichen befinden.

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Anhang B (informativ) Wirtschaftliche Gesichtspunkte
B.1 Allgemeines
Die Wahl der Heizungs- und Lüftungsanlage für ein Geb?ude h?ngt von der Funktionstüchtigkeit und der Wirtschaftlichkeit der Anlage ab. Die Kostenberechnung sollte nach einem geprüften und anerkannten Verfahren durchgeführt werden.

B.2 Voraussetzungen
Um klare und nachweisbare Ergebnisse vorlegen zu k?nnen, sollten alle Voraussetzungen für die Berechnung angegeben werden. Die wichtigsten Informationen sind:
 

das Berechnungsverfahren; die Annahmen für die Werte nach B.3.2.

B.3 Berechnungsverfahren
B.3.1 Allgemeines
Die Berechnung der Kosten sollte nach der Barwertmethode erfolgen. Die Berechnung basiert auf der erwarteten Lebensdauer und der Qualit?t der verwendeten Bauteile. Der Marktzinssatz und die Inflationsrate sollten berücksichtigt werden. Die Methode zur Berechnung der Kosten w?hrend der Lebensdauer ist in B.3.2 angegeben. Zus?tzliche für die Berechnung erforderliche Informationen sind in B.3 in den Tabellen über die empfohlene Lebensdauer von üblicherweise verwendeten Ausrüstungen enthalten.

B.3.2 Definitionen
B.3.2.1 gegenw?rtiger Wert (PV) der Wert s?mtlicher Kosten und Ertr?ge, zu den heutigen Preisen, die w?hrend der Lebensdauer der Anlage entstehen werden B.3.2.2 Anfangsinvestition (I) Aufwand für die Einrichtung, die zur Erfüllung der gewünschten Funktion verwendet werden soll
ANMERKUNG Betrifft nur Kosten für die Einrichtung, nicht für den Energieverbrauch.

B.3.2.3 Marktzinssatz (r) vom Kreditgeber akzeptierter Zinssatz B.3.2.4 Inflationsrate (i) j?hrliche Wertminderung der W?hrung

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B.3.2.5 tats?chlicher Zinssatz (ri) der Inflationsrate angepasster Marktzinssatz

ri =

r i 1 i

(B.1)

B.3.2.6 Lebensdauer (n) die Lebenserwartung eines Produktes, in der Regel in Jahren angegeben B.3.2.7 Instandhaltungskosten (cm) Jahresausgaben für die Reparatur und den Ersatz von Ausrüstungsteilen, sodass die Betriebsf?higkeit der Anlage mindestens auf dem ursprünglichen Leistungsniveau verbleibt B.3.2.8 Betriebskosten (co) j?hrliche Energie- und sonstige Verbrauchskosten sowie Verwaltungskosten und Kosten für technische Abl?ufe
ANMERKUNG Energieverbrauch führt zu externen Kosten, die nicht im offiziellen Preis enthalten sind. Es empfiehlt sich in der Praxis, die externen Kosten bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen einzubeziehen und anzugeben.

B.3.2.9 Faktor des gegenw?rtigen Wertes (fpv) Faktor, mit dem die j?hrlichen Betriebs- und Instandhaltungskosten sowie Ertr?ge multipliziert werden müssen, um einen Vergleich mit der Anfangsinvestition beim Einbau zu erm?glichen
ANMERKUNG Die Faktoren des gegenw?rtigen Wertes (fpv) in Tabelle B.1 sind für eine Lebensdauer von 5 Jahren bis 50 Jahre und für tats?chliche Zinss?tze von 0 % bis 20 % angegeben. Zwischenwerte k?nnen entweder durch Interpolation oder durch die folgende dimensionslose Formel berechnet werden.

fpv =

1  1  ri  n ri

(B.2)

Die Werte in Tabelle B.1 sind auf Grund der Annahme berechnet, dass Zahlungen am Ende eines jeden Jahres geleistet werden.
Tabelle B.1 — Faktoren des gegenw?rtigen Wertes fpv in Prozent der j?hrlichen Kosten bei unterschiedlicher Lebensdauer und tats?chlichen Zinss?tzen Lebensdauer, n, in Jahren Tats?chlicher Zinssatz ri, in Prozent 0 4 5 8 10 12 15 20

5 10 15 20 30 40 50

5 10 15 20 30 40 50

4,5 8,1 11,1 13,6 17,3 19,8 21,5

4,3 7,7 10,4 12,5 15,6 17,2 18,3

4,0 6,7 8,6 9,8 11,3 11,9 12,2

3,8 6,1 7,6 8,5 9,4 9,8 9,9

3,6 5,7 6,8 7,5 8,1 8,2 8,3

3,0 5,0 5,8 6,3 6,6 6,6 6,7

2,7 4,6 4,7 4,9 5,0 5,0 5,1

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B.3.2.10 Kosten w?hrend des Lebenskreislaufes (LCC) Summe aus Anfangsinvestition und dem gegenw?rtigen Wert der gesamten Betriebs- und Instandhaltungskosten
ANMERKUNG Es wird angenommen, dass am Ende der Lebensdauer die Investition v?llig abgeschrieben ist (d. h. der verbleibende Wert ist gleich null).

LCC = I + fpv (Co + Cm)

(B.3)

B.3.2.11 Einsparung w?hrend des Lebenskreislaufes (LCS) der angenommene wirtschaftliche Gewinn auf Grund einer Reduzierung der Energieverluste. Ein Unterschied in den Betriebskosten sollte mit dem entsprechenden Unterschied in der Investition verglichen werden
ANMERKUNG LCS sollte auf den Investitionszeitpunkt durch Multiplikation mit dem entsprechenden Faktor des gegenw?rtigen Wertes bezogen werden.

B.3.2.12 gegenw?rtige Nettokosten (NPC) berechnete Kosten im Verlauf des Lebenskreislaufs bei Abzug der entsprechenden Einsparung auf Grund der Reduzierung der Energieverluste

B.3.3 Berechnung des Barwertes
B.3.3.1 Allgemeines

Die Berechnung enth?lt: a) b) c) die angenommenen Kosten der Einrichtung; die angenommenen, dem gegenw?rtigen Wert angepassten Betriebs- und Instandhaltungskosten; die angenommene Einsparung, die sich aus der Investition ergibt (z. B. Miete oder durch die Installation Einsparung an Betriebskosten, z. B. durch einen W?rmeaustauscher).

Ein h?ufiges Problem bei b) und c) ist, dass sich die Kosten w?hrend der Lebensdauer nicht gleichm??ig verteilen. In vielen F?llen ist jedoch ein Ausgleich erlaubt oder gar zu empfehlen, da die Unsicherheit beim Bestimmen dieser Kosten ziemlich hoch und vom Typ und der Nutzung der Anlage abh?ngig ist.
B.3.3.2 Beispiel für die Berechnung einer Anlage mit Bauteilen gleicher Lebensdauer

Investition Betriebskosten Instandhaltungskosten Lebensdauer Marktzinssatz Inflationsrate Tats?chlicher Zinssatz

I = 100 000 EURO Co = 10 000 EURO/Jahr Cm = 5 000 EURO/Jahr n = 30 Jahre r = 12 % i = 6,5 %/Jahr ri =

0 ,12  0 ,065 % 1  0 ,065

ri = (etwa) 5,2 %

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Faktor des gegenw?rtigen Wertes

fpv =

1  1  0 ,052 30 0 ,052

fpv = (etwa) 15,0 (siehe Tabelle B.1)

LCC1 =

I  fpv (co + cm) = 100 000  15,0 (10 000  5 000) = 325 000 EURO

Der auf Grund der Reduzierung der j?hrlichen Kosten Cy angenommene wirtschaftliche Gewinn (Einsparung w?hrend des Lebenskreislaufs, LCS) sollte auf den Investitionszeitpunkt durch Multiplikation mit dem entsprechenden Faktor des gegenw?rtigen Wertes bezogen werden. LCS Angenommen LCS = fpv ? Cy
Cy = 5 000 EURO/Jahr

= 15 u 5 000 = 75 000 EURO

Um NPC (gegenw?rtige Nettokosten) zu erhalten, sollte der angenommene LCC um LCS reduziert werden. NPC NPC
B.3.3.3

= LCC – LCS = 331 000 – 75 000 = 256 000 EURO
Beispiele für die Berechnung einer Anlage mit Restwert

In den meisten F?llen gibt der Restwert keinen Aufschluss über bedeutende ?nderungen bei LCC. Der Einfluss des Restwertes kann wie folgt bewertet werden: Anteil des Restwertes Restwert Gegenw?rtiger Restwert = x % der Investition I
Ir = I ? x/100 Ip = Ir ? p, mit p = (1  ri)-n, siehe Tabelle B.2

Bei Vergleich mit dem Ergebnis nach B.3.3.2 ergibt sich: LCC2 = I – Ip  fpv (Co  Cm)
Tabelle B.2 — Faktoren des gegenw?rtigen Wertes fpv einer künftigen Einzelinvestition, in % Lebensdauer, n, in Jahren 0 4 Tats?chlicher Zinssatz ri, in Prozent 5 8 10 12 15 20

5 10 15 20 30 40 50

1 1 1 1 1 1 1

0,82 0,68 0,56 0,46 0,31 0,21 0,14

0,78 0,59 0,48 0,38 0,23 0,14 0,087

0,68 0,46 0,32 0,21 0,10 0,046 0,021

0,62 0,39 0,24 0,15 0,057 0,022 0,009

0,57 0,32 0,18 0,10 0,033 0,011 0,003

0,50 0,25 0,12 0,061 0,015 0,004 0,001

0,40 0,16 0,065 0,026 0,004 0,0007 0,0001

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Mit den Werten nach B.3.3.2 Anteil des Restwertes Restwert Gegenw?rtiger Wert Mit LCC1 nach B.3.3.2 ergibt sich: LCC2 = LCC1 – Ip
B.3.3.4

x = 20 % = 0,2 Ir = 0,2 u 100 000 = 20 000 EURO Ip = 20 000 (1 + 0,052) 30 = 4 400 EURO
-

= 331 000 – 4 400 = 326 600 EURO

Berechnung einer Anlage mit Bauteilen unterschiedlicher Lebensdauer

Die Berechnung der gegenw?rtigen Nettokosten (NPC) für eine Anlage sollte in der Regel unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebensdauer der Bauteile durchgeführt werden. Zum Vergleich sollte die Gesamtlebensdauer aller Bauteile und Anlagen gleich sein. Nachfolgend wird ein einfaches Beispiel angegeben (siehe Bild B.1), in dem ein Bauteil eine kürzere Lebensdauer als ein anderes hat.

Legende 1 Bauteile mit voller Lebensdauer 2 Bauteile mit kurzer Lebensdauer 3 Investition 4 Lebensdauer in Jahren Bild B.1 — Investition und Neuinvestition in eine Anlage mit zwei Bauteilen unterschiedlicher Lebensdauer

Die Kosten für das Hauptbauteil, das die gleiche Lebensdauer wie die gesamte Anlage aufweist, k?nnen nach B.3.3.2 berechnet werden. Bei Einbau eines weiteren Bauteils, das auf Grund einer kürzeren Lebensdauer w?hrend der Lebensdauer der Anlage zweimal ersetzt werden soll, kann folgende Berechnung durchgeführt werden: a) mit Beginn der Periode 2, nach 12 Jahren: Neuinvestition I2 gegenw?rtiger Wert b)
Ip2 = I2 ? (1  ri)-12;

mit Beginn der Periode 3, nach 24 Jahren: Neuinvestition I3 gegenw?rtiger Wert
Ip3 = I3 ? (1  ri)-24.

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ANMERKUNG Wenn der Preiszuwachs der neu eingebauten Bauteile der allgemeinen Inflationsrate folgt, k?nnen die Neuinvestitionskosten, die zur Zeit der ursprünglichen Investition ermittelt wurden, unver?ndert angesetzt werden.

Gesamter gegenw?rtiger Investitionswert: Itot = I  Ip2  Ip3 Die LCC der Anlage k?nnen nun nach der Gleichung in B.3.3.2 berechnet werden, wenn Itot anstelle von I eingesetzt wird. Wenn die Lebensdauer der letzten Investition die des Bauteils mit der langen Lebensdauer übersteigt, kann der verbleibende Wert dieser letzten Investition nach B.3.3.3 wie folgt berechnet werden:
LCC = Itot – Ip  fpv ? (Co  Cm)

B.4 Lebensdauer- und Instandhaltungskosten für Anlagen und Ausrüstung
Die Lebensdauer- und Instandhaltungskosten für die Ausrüstung sind von Folgendem abh?ngig: a) b) c) d) Qualit?t der Ausrüstung; Dimensionierung und Art der Ausrüstung; Nutzungsintensit?t; Qualit?t der Instandhaltung und Instandhaltungsverfahren.

Für die Lebensdauer und die j?hrlichen Instandhaltungskosten k?nnen die Richtwerte nach Tabelle B.3 zur Berechnung der Kosten w?hrend des Lebenskreislaufs angesetzt werden. Wesentlich ist es jedoch, die vorgenannten Faktoren und die Lebensdauer sowie Nutzung des gesamten Geb?udes zu berücksichtigen. Die Zahlen, die in Tabelle B.3 angegeben sind, sind nur Beispiele und eignen sich für Voruntersuchungen und Vergleiche zwischen verschiedenen Anlagen. Sie sollten jedoch nicht als Grundlage für Instandhaltungsvertr?ge usw. verwendet werden.
Tabelle B.3 — Beispiele für Lebensdauer und j?hrliche Instandhaltungskosten Bauteil Lebensdauer in Jahren J?hrliche Instandhaltungskosten in % der Anfangsinvestition

Klimager?t Luftkühler Lufterhitzer, elektrisch Luftererhitzer, Dampf Lufterhitzer, Wasser Brenner, ?l und Gas Luftgekühlte Kondensatoren Regeleinrichtung Regelventile, automatisch Regelventile, manuell Verdichter Kühlfl?chen, -decken Klappen

15 20 15 20 20 10 20 15 15 30 15 30 20

4 2 2 2 2 4 2 4 6 4 4 2 1

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Tabelle B.3 (fortgesetzt) Bauteil Lebensdauer in Jahren J?hrliche Instandhaltungskosten in % der Anfangsinvestition

motorgeregelte Klappen Diffusoren Zweikanalboxen Leitungssysteme für gefilterte Luft Leitungssysteme für ungefilterte Luft Verdampfer Expansionsgef??e, Cu Expansionsgef??e, rostfrei Expansionsgef??e, Stahl Abluftgitter Gebl?sekonvektoren (fan coils) Ventilatoren Ventilatoren mit variablem Volumenstrom Filterrahmen zu reinigendes Filtermaterial zu ersetzendes Filtermaterial Brandschutzklappen, leicht zug?nglich Brandschutzklappen, schwer zug?nglich Luftdurchlass, allgemein W?rmepumpen W?rmerückgewinnungseinheiten, rotierend W?rmerückgewinnungseinheiten, rekuperativ Luftbefeuchter, Wasser Luftbefeuchter, Dampf Motoren, Diesel Motoren, elektrisch Rohre, Cu Rohre, Kunststoff Rohre, rostfrei Stahlrohre im geschlossenen System Stahlrohre im offenen System Pumpen im geschlossenen System Pumpen im offenen System Heizk?rper, elektrisch Heizk?rper, Wasser Absperrventile, automatisch Absperrventile, manuell Schalld?mpfer Thermostate für Radiatoren Volumenstromregler Keilriemen Leitungsnetz (Elektro)

15 20 15 30 30 20 30 30 15 20 15 20 15 15 10 1 15 15 30 15 15 20 10 4 10 20 30 30 30 30 15 20 15 20 30 15 30 30 15 15 10 30

4 4 4 2 6 2 1 1 2 10 4 4 6 2 10 0 8 15 4 4 4 4 6 4 4 1 1 1 1 1 1 2 2 2 2 4 2 1 4 6 6 1

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Anhang C (informativ) Checkliste für die Auslegung und Nutzung von Anlagen mit niedrigem Energieverbrauch
C.1 Checkliste für die Planung des Geb?udes
Die Anwendung der folgenden Checkliste sollte dem Planer helfen, das Entstehen einer Situation zu vermeiden, in der Geb?udem?ngel zu Unbehagen oder hohem Energieverbrauch führen: a) b) c) d) e) f) g) h) i) j) k) l) frühe Zusammenarbeit mit einem Planer von Lüftungs- und Klimaanlagen; Optimierung sowohl der Ausrichtung des Geb?udes als auch der Gr??e der Fenster; guter W?rmeschutz für Sommer und Winter; Dichtheit des Geb?udes in Abh?ngigkeit von der Nutzung und der Art des Lüftungssystems; optimierte W?rmespeicherf?higkeit der Baukonstruktion; Verwendung von emissionsarmen Baustoffen und Inneneinrichtungen; wirksamer Sonnenschutz; Trennung von Bereichen unterschiedlicher Nutzung und deshalb unterschiedlicher Anforderungen; klares Brandschutzkonzept; Anordnung und Raumbedarf der Anlagen und Luftleitungen; Beleuchtungskonzept; Tageslichtnutzung.

C.2 Checkliste für den Entwurf der Lüftungs- oder Klimaanlage
Die folgende Checkliste sollte vom Architekten und Planer der Lüftungs- oder Klimaanlage zur Hilfe genommen werden: a) b) c) d) e) f) g) klare und schriftlich festgelegte Definition der Planungsgrundlagen und Garantiebedingungen; bedarfsabh?ngige Au?enluftzufuhr in F?llen von wechselnder Nutzung; korrekte Berechnung der Heiz- und Kühllast als Grundlage für die Dimensionierung der Anlage; Anwendung realistischer innerer Lasten; direktes Abführen von ?rtlichen W?rme-, Verunreinigungs- und Feuchtigkeitsquellen; gute Lüftungseffektivit?t im Raum durch Nutzung von Verdr?ngungslüftung oder hochwirksamer Mischlüftung; Nutzung der M?glichkeiten der freien Kühlung;

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h) i) j) k) l)

W?rmerückgewinnung und Abw?rmenutzung; individueller Betrieb bei individueller Nutzung; M?glichkeiten der Nutzung alternativer Verfahren wie Lufterdregister, Erdsonden, adiabatische Kühlung; Verwendung von Anlagen auf Wassergrundlage bei hohen abzuführenden W?rmelasten; Messkonzept zur ?berwachung der Funktion und des Energieverbrauchs der Anlage;

m) Konzept zur Kontrolle und Reinigung der Anlage.

C.3 Checkliste für die Auslegung einzelner Komponenten
Die folgende Checkliste soll den Unternehmern bei der detaillierten Auslegung der Bauteile helfen: a) b) c) d) e) f) g) h) niedriger Energieverbrauch bei der Luftf?rderung (niedrige Geschwindigkeiten, kurze Wege, gute aerodynamische Form); gute Wirkungsgrade von Ventilatoren, Antrieben und Motoren unter allen Bedingungen; optimierte W?rmerückgewinnung; geregelte Befeuchtung oder keine Befeuchtung; geregelte Kühlung oder keine Kühlung; Kaltwassertemperatur so hoch wie m?glich; D?mmung von K?ltemittel- und Kaltwasserleitungen gegen Kondensation und Energieverluste; M?glichkeiten der Kontrolle und Reinigung des Luftleitungssystems und der Bauteile.

C.4 Checkliste für die Nutzung der Anlage
Die folgende Checkliste soll haupts?chlich den Eigentümern und Nutzern des Geb?udes helfen. Diese Liste sollte nach Fertigstellung regelm??ig überprüft werden. a) b) c) d) e) f) g) h) i) Betrieb mit zweckensprechenden Raumtemperaturen; Betrieb mit zweckensprechenden Raumfeuchten; bedarfgerechter Betrieb der Anlagen; korrekte Anwendung des Sonnenschutzes im Sommer und im Winter; Minimierung innerer W?rmelasten im Sommer; regelm??ige Kontrollen von Bauteilen (Filter, Antriebe, Sauberkeit, Sensoren); regelm??ige Kontrolle des Energieverbrauchs; regelm??ige Kontrolle des hygienischen Zustandes der Anlage; Betriebsoptimierung nach den tats?chlichen Bedingungen und Anforderungen.

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Literaturhinweise
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